Petzners Polit-Bombe blieb aus Petzners Polit-Bombe blieb aus Petzners Polit-Bombe blieb aus Petzners Polit-Bombe blieb aus

Hypo-Prozess

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Petzners Polit-Bombe blieb aus

Seiten: 12

Spektakulär ist nur Stefan Petzners Auftritt, als er um 13.24 Uhr den großen Schwurgerichtssaal betritt: Schwarzer Anzug, schwarzes Hemd, Krawatte, ernster Blick. Dazu Blitzlichtgewitter, Kameras und Fotografen. Im Vorfeld zum achten Prozesstag im Hypo-Verfahren sorgte Petzner für wilde Spekulationen. Spielte sich zum „Jäger des verlorenen Hypo-Schatzes“ auf, zum Aufdecker.

Selbstdarsteller-Show
Doch daraus wurde nichts – Petzner lässt im Prozess keine Bombe platzen, bietet nur eine müde Selbstdarsteller-Show. Er kann (oder will) keine Antworten darauf geben, ob und wie das ursprüngliche 12-Millionen-Euro-Honorar an den Villacher Steuerberater Dietrich Birnbacher aufzuteilen gewesen wäre: Petzner kleinlaut vor dem Richter: „Ich war bei den Gesprächen nicht dabei, ich war nur der Pressesprecher.“

Der Richter will Konkretes wissen: Petzner schwafelt, der Richter tobt: „Sie reden Wischiwaschi.“ Petzner kontert: „Schreien Sie mich nicht so an, ich bin noch jung, kann gut hören.“ Petzner holt immer wieder weit aus. Der Richter bremst: „Wir sind hier nicht im Club 2.“

Herrnhofer will Fakten hören. Die aber kann Petzner nicht bieten. Nur an ein Treffen erinnert er sich: „Das war 2007, als plötzlich VP-Chef Martinz ins Büro gekommen ist.“ Mit ihm die gesamte, jetzt zurückgetretene ÖVP-Spitze: „Braucht’s a Geld für die Wahl“, sei Haider Martinz angefahren, sagt Petzner. Martinz habe einen roten Kopf gekriegt und herumgedruckst – wie ein Schulbub, der beim Schulschwänzen erwischt wurde, sagt Petzner. Das war auch die einzige Aussage, die halbwegs Substanz hatte.

Vielleicht ergibt der Birnbacher-Prozess heute Erhellendes: Da sagt FPK-Finanzlandesrat Harald Dobernig aus. Ex-FPK-Chef Uwe Scheuch hat sich am Montag jedenfalls seiner Aussage entschlagen.

 

ÖSTERREICH: Bombe haben Sie keine platzen gelassen, das war eher eine Jörg-Haider-Verteidigung …
Stefan Petzner: Ich habe auch nie eine Bombe angekündigt, sondern nur gesagt, dass Herr Martinz sich noch wundern wird. Durch meine Aussage, dass es zu einem Treffen zwischen der damaligen ÖVP-Spitze und Haider gekommen ist, hat Martinz jetzt zusätzlichen Erklärungsbedarf.

ÖSTERREICH: Auch über dieses Treffen sagten Sie bloß, dass Martinz einen hochroten Kopf gekriegt hat, weil Haider ihn mit „Braucht’s a Geld“, angesprochen hat. Ein hochroter Kopf ist doch kein Indiz …
Petzner: Aber es war ein wichtiges Treffen, das so bisher noch nicht bekannt war. Deshalb habe ich es erwähnt. Die Herren Martinz, Tauschitz und Rumpold müssen sich jetzt erklären. Für mich ist das Herumstottern von Martinz ein Indiz dafür, dass er schon damals die Parteienfinanzierung geplant hat.

ÖSTERREICH: Wissen Sie nicht mehr über den Drittel-Deal zwischen ÖVP, BZÖ und Birnbacher oder haben Sie etwas verschwiegen?
Petzner: Es war die ganze Wahrheit, die ich ausgesagt habe. Ich kann doch nicht jetzt sagen, was viele Linke jetzt hören wollen. Die Wahrheit ist, dass ich die Drittel-Teilung des Honorars für eine freie Erfindung eines dahergelaufenen Campingplatzbesitzers halte, ich meine damit Martinz.

ÖSTERREICH: Klang aber eher wie eine Jörg-Haider-Verteidigungs-Rede als nach Auspacken …
Petzner: Ich wollte und werde es nicht zulassen, dass Jörg Haider kriminalisiert wird. Die Parteienfinanzierung war sicher nicht seine Idee.

ÖSTERREICH: Sondern, wessen Idee war es dann?
Petzner: Wir haben es hier mit einem ÖVP-System der schwarzen Kassen zu tun. Das haben sich der Martinz und der Herr Birnbacher ausgedacht.

ÖSTERREICH: Auch Ihre Intimfeinde Uwe Scheuch und Harald Dobernig wollten 500.000 haben. Was wissen Sie davon?
Petzner: Scheuch und Dobernig bleiben meine politischen Feinde, aber ich kann nicht etwas bestätigen, was so nicht stattgefunden hat.

Auf der nächsten Seite können Sie unseren LIVE-Ticker nachlesen!

Autor: Karl Wendl
Seiten: 12
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