Pilz' Computer beinahe beschlagnahmt

Westis Tel überwacht

© APA/ Schlager

Pilz' Computer beinahe beschlagnahmt

BZÖ-Vizeklubchef Peter Westenthaler ist nicht der einzige Abgeordnete, der im Zuge von Ermittlungen keine Immunität genossen hat, weil er als Zeuge galt. Ähnliches ist auch dem Grünen Abgeordneten Peter Pilz passiert. Die Staatsanwaltschaft hatte überlegt, seinen Computer zu beschlagnahmen, auf dem sich E-Mails aus dem Umfeld des früheren ÖVP-Innenministers Ernst Strasser befinden sollten, die Pilz veröffentlicht hatte.

Strasser hatte Unbekannt angezeigt
Laut Pilz hatte Strasser im Mai und Juni des Vorjahres Anzeigen gegen "Unbekannte Täter" eingebracht. Daraufhin hat ein Wiener Staatsanwalt ein Verfahren eingeleitet. Der Grüne war nicht Beschuldigter, sondern Zeuge. Wäre er Beschuldigter gewesen, hätte das Parlament erst seine Auslieferung beschließen müssen.

Staatsanwalt wollte Notebook beschlagnahmen
Die Staatsanwaltschaft Wien wollte, dass das Büro für Interne Angelegenheiten Pilz einvernimmt. Konkret interessierte die Staatsanwaltschaft, "wann und wie ihm der fragliche Mailverkehr zugekommen ist". Falls der Mandatar einen von den "Unbekannten Tätern" übermittelten Datenträger haben sollte, sollte geklärt werden, ob durch dessen Auswertung Informationen zu gewinnen seien. "Erforderlichenfalls" sollte die BIA dem Staatsanwalt eine "Anregung zur Beschlagnahme" übermitteln.

Pilz ortet Gesetzwidrigkeit
Zur Beschlagnahmung des Notebooks kam es aber doch nicht. Trotzdem: Für Pilz ist die Sache eindeutig "gesetzwidrig" und eine "Schmälerung der Beschuldigtenrechte". Der Computer "geht den Staatsanwalt überhaupt nichts an", denn dieser sei Eigentum des Parlaments. Damals habe er auch gar keine der entsprechenden E-Mails auf seinem Notebook gespeichert, fügt Pilz hinzu. Mittlerweile habe er sie aber überspielt: "Über 1.000 Mails befinden sich auf meinem Computer." Nun wolle er wissen, wie die Staatsanwaltschaft weiter vorgeht.

"Immunität wird umgangen"
Pilz will nun mit Abgeordneten aller Fraktionen Gespräche führen, denn die Vorgangsweise, Abgeordnete als Zeugen darzustellen, um ihre Immunität zu umgehen, "geht nicht". Sorgen um sich selbst mache er sich nicht, so Pilz. Er befürchtet aber, dass Beamte, die sich etwa wegen der Aufklärung von Missständen an Abgeordnete wenden, keine Sicherheit genießen könnten.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 8

Top Gelesen 1 / 10

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen