Schlögl wirft Gusenbauer Gesprächsverweigerung vor

Heftige Kritik

© APA/ Pfarrhofer

Schlögl wirft Gusenbauer Gesprächsverweigerung vor

SPÖ-Urgestein Karl Schlögl übt im Interview mit ÖSTERREICH heftige Kritik an Kanzler Alfred Gusenbauer. "Dinge werden vereinbart und erst danach wird die Partei gefragt und das ist sicher der falsche Weg", so Schlögl.

Schlögl vergleicht Gusenbauer mit Vranitzky und Klima: "Ich habe die Zeit Vranitzky und Klima miterlebt und da wäre es nicht möglich gewesen, dass Minister Einzelgänge gemacht hätten, ohne dass sie der Kanzler vorher gewusst hätte und ohne dass sie zumindest bei wichtigen Leuten in der Partei und bei den Bereichsverantwortlichen im Parlament abgestimmt worden wären. Bei mir im Innenministerium war es zum Beispiel so, dass bei Verhandlungen immer auch der Sicherheitssprecher der SPÖ dabei war, um eine enge Akkordanz zu gewährleisten.

Der Rat des Ex-SPÖ-Innenministers an Gusenbauer: "Ich würde an seiner Stelle reden, reden, reden. Ich orte bei ihm Gesprächsverweigerung. Man geht zu wenig auf die eigenen Leute zu. Auch wenn ein paar tausend Ärzte demonstrieren, sollte man Vertreter zu einem Gespräch empfangen, selbst wenn man nicht deren Meinung ist."

ÖSTERREICH: Warum kommt Gusenbauer unter Beschuss?
Karl Schlögl: Die Antwort darauf hat Gabi Burgstaller gegeben, nämlich, dass Dinge vereinbart werden, und erst danach wird die Partei gefragt, und das ist sicher der falsche Weg. Wenn das kommt, was Burgstaller andeutet, nämlich nur mehr vier statt zwölf Stellvertreter, dann haben diese deutlich mehr Gewicht, was ich auch für sinnvoller halte.
ÖSTERREICH: Ging es in der SPÖ vor Gusenbauer besser?
Schlögl: Ich habe die Zeit Vranitzky und Klima miterlebt und da wäre es nicht möglich gewesen, dass Minister Einzelgänge gemacht hätten, ohne dass sie der Kanzler vorher gewusst hätte und ohne dass sie zumindest bei wichtigen Leuten in der Partei und bei den Bereichsverantwortlichen im Parlament abgestimmt worden wären. Bei mir im Innenministerium war es zum Beispiel so, dass bei Verhandlungen immer auch der Sicherheitssprecher der SPÖ dabei war, um eine enge Akkordanz zu gewährleisten.
ÖSTERREICH: Was sollte Gusenbauer besser machen?
Schlögl: Ich würde an seiner Stelle reden, reden, reden. Ich orte bei ihm Gesprächsverweigerung. Man geht zu wenig auf die eigenen Leute zu. Auch wenn ein paar tausend Ärzte demonstrieren, sollte man Vertreter zu einem Gespräch empfangen, selbst wenn man nicht deren Meinung ist.

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