Pröll kritisiert Schmieds

Sitzenbleiben

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Pröll kritisiert Schmieds "Flickwerk"

ÖVP-Vizekanzler Josef Pröll reagiert verärgert auf den jüngsten Vorstoß von SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied, im Rahmen der geplanten Schulreform auch das "Sitzenbleiben" abzuschaffen. Schmied solle nicht ständig "mit Einzelmaßnahmen vorpreschen", forderte Pröll am Rande der Regierungsklausur in Salzburg. Bei der Bildungsreform brauche man kein "Flickwerk", sondern müsse "alles gemeinsam sehen". Kritik kam auch von der AHS-Gewerkschaft, der FPÖ und der Schülerunion.

"Brauchen Gesamtschau"
"Wir brauchen eine Gesamtschau zum Thema Bildung", forderte Pröll einen umfassenden Reformentwurf. Schließlich müsse auch er bei den Budgetverhandlungen ein Gesamtpaket vorlegen und könne nicht lauter Einzelmaßnahmen verkünden. "Es ist undenkbar, dass ein Finanzminister jede Woche zitzerlweise mit einem Budget an die Öffentlichkeit geht", betonte Pröll.

FPÖ: "Unausgegorene Idee"
Als "eine weitere unausgegorene Idee" bezeichnete der FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz in einer Aussendung Schmieds Vorstoß, das Sitzenbleiben abzuschaffen. Es stelle sich die Frage, wie dieser Vorschlag funktionieren solle und ob "etwa am Ende ein Schüler, der bis zuletzt mit Fünfer(n) aufgestiegen ist, die Matura machen" soll. "Hier darf es nicht darum gehen, ob der positive Abschluss in einem Unterrichtsgegenstand 'ökonomisch teuer' ist, sondern einzig und allein die bestmögliche Ausbildung darf der Maßstab sein", so Rosenkranz.

Ministerium weist Kritik zurück
Im Unterrichtsministerium hat man sich am Montag "ein bisschen verwundert" über die Kritik von Finanzminister Josef Pröll gezeigt, dass Ressortchefin Claudia Schmied ständig "mit Einzelmaßnahmen vorpreschen" würde. Maßnahmen zur Reduzierung der Klassenwiederholungen, speziell der Ausbau des modularen Unterrichts, sei Teil des Regierungsprogramm, betonte Schmieds Sprecher. "Wir sehen das als eine Regierungsmaßnahme, weil sie gemeinsam vereinbart wurde. Daher gehen wir davon aus, dass wir gemeinsam mit der ÖVP an diesem Projekt arbeiten."

Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Koalitionspartner Kritik an jeder Einzelmaßnahme übe. "Die Regierung hat gemeinsam ein Bildungsprogramm erarbeitet, das nun Schritt für Schritt abgearbeitet wird", heiß es aus Schmieds Büro. Mit den Details der Projekte würden sich zwar Arbeitsgruppen beschäftigen, "aber das Grundziel ist klar".

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