Schmied schmeißt Minister-Job hin

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Schmied schmeißt Minister-Job hin

Kaum ist die Wahl geschlagen, nimmt schon die erste Ministerin ihren Hut: Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) kündigte am Montag ihren Rückzug aus der Politik an. „Ich will mir Zeit für mich, für meine Familie und meinen Freundeskreis nehmen.“ Und: „Das war keine Spontanentscheidung.“

Tatsächlich galt die 54-jährige Ex-Bankerin schon lange als Ablösekandidatin. Mit ihrer Entscheidung kam sie ihrer Partei offenbar zuvor. „Mir war es wichtig, mit meinen persönlichen Interessen nicht den Wahlkampf zu stören.“

Jahrelanger Kampf mit der Lehrer-Gewerkschaft
Ihr letztes großes Projekt, das neue Lehrer-Dienstrecht, hat Schmied viel abverlangt: „Wo man absolute Ausdauer braucht, ist bei einzelnen Vis-à-Vis diese ausgeprägte Sitzungskultur, dieses stundenlange Verhandeln, wo ich mir manchmal rascher Ergebnisse gewünscht hätte.“

Bei der Lehrer-Gewerkschaft prallte sie mit ihrer Forderung nach zwei Stunden mehr Arbeit ab. Ob sie schließlich an den Lehrern gescheitert sei? „Nein, bin ich nicht“, so Schmied zu ÖSTERREICH.

Faymann: »Sie hat sehr viel weitergebracht«
SPÖ-Parteichef und Kanzler Werner Faymann bedauert Schmieds Abgang und streut ihr Rosen: „Sie hat in ihrem Bereich sehr viel weitergebracht.“

Bei der SPÖ gilt weiters der Abgang von Gesundheitsminister Stöger als fix. Auch bei der ÖVP dürften die Köpfe rollen: Umweltminister Nikolaus Berlakovich soll in den Nationalrat, Justizministerin Beatrix Karl in die steirische Landesregierung wechseln.

Claudia Schmied über ihren Abgang:
»Ich will mir Zeit für meine Familie nehmen«

Wie sieht Ihre berufliche Zukunft aus?
Claudia Schmied: Das steht noch in den Sternen. Ich habe mehrere Angebote bekommen, die werde ich jetzt einmal prüfen. Außerdem will ich mir Zeit für mich, für meine Familie und meinen Freundeskreis nehmen.

Warum hören Sie auf?
Schmied: Das war keine Spontanentscheidung. Ich habe das Unterrichtsressort sieben Jahre lang mit Engagement geführt. Vor allem im Bildungsbereich hätte ich mir manchmal ­rascher Ergebnisse gewünscht.

Warum gehen Sie erst jetzt damit an die Öffentlichkeit?
Schmied: Mir war es wichtig, mit meinen persönlichen Interessen nicht den Wahlkampf zu stören. Deshalb ist heute der angemessene und richtige Zeitpunkt.

Aber Sie haben immer betont, Sie hätten noch so viel vor.

Schmied: Ja, es gibt auch noch viel zu tun. Den Ausbau der Ganztagsschulen zum Beispiel. Und die Umsetzung der gemeinsamen Schule muss in Angriff genommen werden.

Ihr letztes großes Projekt, das Lehrerdienstrecht, haben Sie nicht mehr über die Bühne gebracht. Sind Sie letzten Endes an den Lehrern gescheitert?
Schmied: Nein, bin ich nicht.

Wer wird Ihnen jetzt nachfolgen?
Schmied: Ich werde nun ­sicher niemanden vorschlagen. Ich bin auch immer froh, wenn man mich nicht von außen mit irgendwelchen Vorschlägen beglückt.

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