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Sitzenbleiben in Volksschule wird abgeschafft

Das wird jetzt neu

Sitzenbleiben in Volksschule wird abgeschafft

Sitzenbleiben in der Volksschule wird de facto abgeschafft. Zudem wird die alternative Leistungsbeurteilung ins Regelschulwesen übergeführt. Dieses und mehr wurde in einem Bildungspaket Donnerstagabend vom Nationalrat gegen die Stimmen von FPÖ und Team Stronach beschlossen.

Bis zur dritten Klasse Volksschule sind Schüler künftig "jedenfalls berechtigt, in die nächsthöhere Schulstufe" aufzusteigen. Dafür wird die derzeit in den ersten beiden Klassen bestehende Möglichkeit eines "unterjährigen" Wechsels der Schulstufe auf die dritte Klasse ausgeweitet.

Schulen dürfen selbst entscheiden
Über die Form der Leistungsbeurteilung in den ersten drei Klassen sollen Lehrer und Eltern im Schulforum entscheiden. Das heißt, davon hängt ab, ob klassische Ziffernnoten vergeben werden oder eine ausformulierte Leistungsbeurteilung erfolgt.

Außerordentliche Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen können in Zukunft für höchstens zwei Jahre auch in "Sprachstartgruppen" gefördert werden. Über die Einrichtung dieser Gruppen bzw. Kurse entscheidet die jeweilige Behörde. Änderungen gibt es außerdem bei der Schuleinschreibung: Für einen besseren Übergang in die Volksschule müssen die Eltern bei der Schuleinschreibung ihres Kindes Unterlagen vorlegen, die während der Kindergartenzeit zur Dokumentation des Entwicklungsstandes, insbesondere des Sprachstandes, erstellt wurden.

Lob und Kritik für "Volksschule Neu"
Grüne und NEOS goutierten die Änderungen, wurden aber nicht müde zu betonen, dass da noch mehr folgen müsse. Sowohl der Grüne Bildungssprecher Harald Walser als auch NEOS-Klubobmann Matthias Strolz erinnerten daran, dass die Koalition bis zum Sommer ihr gesamtes Bildungsprogramm umsetzen wollte, jetzt aber gerade einmal das erste von sechs geplanten Paketen beschlussreif sei.

Nicht einmal das heute vorgelegte Gesetzeswerk fanden Freiheitliche und Team Stronach unterstützungswürdig. FP-Mandatar Gerhard Hauser bezweifelte, dass die Maßnahmen dazu beitragen könnten, Kindern die Grundfertigkeiten beizubringen. Zudem bedauerte er, dass es Eltern nicht ermöglicht werde, Ziffernnoten einzufordern.

Lugar: 90% des Wissens kann man googlen
Team Stronach-Klubobmann Robert Lugar ärgerte sich wieder einmal, dass Kinder unverändert 90 Prozent unnötiges Wissen auswendig lernen müssten, das man auch ergoogeln könne. Das Schulsystem mit einem Schlag auf bessere Beine stellen könnte man aus seiner Sicht, wenn man Privatschulen genauso fördern würde wie öffentliche.

VP-Bildungssprecherin Brigitte Jank meinte dagegen, es sei illusorisch zu glauben, das ganze System zu begraben und sofort neu aufstellen zu können. Positiv am heutigen Paket hob sie unter anderem die Sprachstartgruppen hervor. SP-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann betonte, dass es Sitzenbleiben im herkömmlichen Sinne nicht mehr geben werde sondern eben nur noch einen unterjährigen Wechsel oder freiwilliges Wiederholen. Besonderes Anliegen von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) war wiederum die bessere Vernetzung von Kindergarten- und Volksschul-Pädagogen.
 

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