Sonderthema:
TBC-Alarm im Parlament

185 Politiker betroffen

TBC-Alarm im Parlament

Das gab’s noch nie: Im Parlament wurde am Freitag TBC-Alarm ausgelöst. Ein Mitarbeiter der Parlamentsdirektion ist an offener Tuberkulose erkrankt – das bestätigte eine Parlamentssprecherin gegenüber ÖSTERREICH.

Erkrankter hatte Dienst im Nationalrats-Sitzungssaal
Der Fall könnte Folgen haben: Laut ÖSTERREICH-Recherchen hatte der Mann am vergangenen Dienstag ausgerechnet während der Sondersitzung Dienst im Hohen Haus gehabt. Soll heißen: Der Mann war mit 183 Abgeordneten und den Ministern Hans Jörg Schelling (ÖVP) und Alois Stöger (SPÖ) zeitweise gemeinsam im Sitzungsaal. Wie eng der Kontakt der Politiker mit dem Mitarbeiter tatsächlich war, muss noch unersucht werden.

Im Parlament versuchte man zu beruhigen: Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien (MA15) sei eingeschaltet und alle Abgeordneten informiert worden. Zusatzinfo: Die MA15 will jetzt alle Personen zu Untersuchungen einladen, die engen Kontakt mit dem Mann hatten. Gecheckt werde auch, ob darunter die Politiker fallen. Ansteckungsgefahr bestehe nur, wenn in einem Raum mehr als acht Stunden ­enger Kontakt stattgefunden habe. Der Lungenexperte Georg-Christian Funk erklärt in ÖSTERREICH, dass eine Ansteckung unwahrscheinlich ist (s. unten).

Lungenspezialist Dr. Funk: „Ansteckungsgefahr gering“

ÖSTERREICH: Im Parlament ist ein Mitarbeiter an TBC erkrankt – welche Konsequenzen hat das für die Politiker, die dort waren?

Georg-Christian Funk: Die gute Nachricht ist, dass Tuberkulose nicht zu den hochansteckenden Krankheiten gehört. Eine Grippe ist tausendmal ansteckender. Lediglich bei längerem, engen Kontakt mit der an Tuberkulose erkrankten Person, besteht ein reales Ansteckungsrisiko.

ÖSTERREICH: Wie geht man in solchen Fällen vor?

Funk: Im Rahmen einer sogenannten Umgebungsuntersuchung wird ermittelt, welche Personen sich potentiell angesteckt haben könnten.

ÖSTERREICH: Müssen die Betroffenen zum Röntgen?

Funk: Das wird im Einzelfall entschieden. Für Personen, die engen Kontakt zu dem Patienten hatten, kann eine Röntgenuntersuchung sinnvoll sein.

Österreich: Ist TBC denn gut behandelbar?

Funk: Ja. Die Behandlung erfolgt mit Tabletten, dauert allerdings relativ lange. (gü)

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