Tausende nahmen Abschied von Dohnal

Trauerfeier

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Tausende nahmen Abschied von Dohnal

Von einer ihrer "ganz großen historischen Persönlichkeiten" verabschiedete sich am Samstag die Sozialdemokratie bei der Trauerfreier für die vor zwei Wochen gestorbene Johanna Dohnal (S). Die frühere Frauenministerin habe "für die Sache der Frauen, unseres Landes und für unsere Bewegung Großartiges geleistet", sagte Bundeskanzler Werner Faymann (S).

Zu der Trauerfeier in der Feuerhalle Simmering am Zentralfriedhof waren - trotz schlechten Wetters - mehr als 1.000 Menschen gekommen. Insgesamt nahmen am Samstag mehrere Tausend Menschen Abschied von der wohl bekanntesten Frauenpolitikerin Österreichs, deren sterbliche Überreste seit dem Vormittag aufgebahrt waren. Die Beisetzung in einem Ehrengrab der Stadt Wien - neben Ex-Wissenschaftsministerin Herta Firnberg und der Widerstandskämpferin Rosa Jochmann - erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis.

"Große Felsbrocken aus dem Weg geräumt"
Zur offiziellen Trauerfeier um 14.00 Uhr kamen viele Weggefährten und aktuelle Spitzenpolitiker auf den Zentralfriedhof, u.a. Bundespräsident Heinz Fischer, der frühere Bundeskanzler Franz Vranitzky und zahlreiche Regierungsmitglieder. Faymann erinnerte in seiner Trauerrede an die zahlreichen Errungenschaften Dohnals - mit "nur einigen Schlagworten" wie Fristenregelung, Reform des Familienrechts, Grundsatz der Partnerschaft von Frau und Mann, Gleichbehandlung, neue Berufsbilder für Frauen, Aufräumen von Rollenklischees oder bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Johanna Dohnal habe die "großen Felsbrocken aus dem Weg geräumt", aber der Weg zur Gleichstellung sei noch nicht zu Ende. Auf dem weiteren Weg bleibe sie "unser Leitstern", betonte die aktuelle Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Sie erinnerte auch an den unermüdlichen Kampfgeist Dohnals: Für ihre Überzeugung, dass Frauen das bekommen sollen, was ihnen zusteht, habe sie "viele Kränkungen, Beschimpfungen und Häme" in Kauf genommen.

"Vorbild für viele Frauen"
"Wir alle trauern um eine überzeugte Feministin, um eine der wichtigsten Politikerinnen des Landes und eine große Österreicherin", zeigte sich Nationalratspräsidentin Barbara Prammer tief betroffen. "Johannas Auftrag an uns ist, nicht nachzugeben und niemals aufzuhören, Gerechtigkeit einzufordern." Dohnal werde "immer ein Vorbild für viele Frauen sein", zeigte sich Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner überzeugt.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Frauen-Saxofonquartett Airplay. Die Ehrenwache übernahmen die Kinderfreunde von Wien, Niederösterreich und Hollabrunn.

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