Sonderthema:
Ultimatum an Kathrin Nachbaur

Team Stronach im Chaos

Ultimatum an Kathrin Nachbaur

Gewitterwolken über dem Team Stronach: Frank Stronachs ehemals engste Vertraute Kathrin Nachbaur schmiss ihre Funktion als stellvertretende Parteiobfrau hin und trat aus der Partei aus. Trotzdem will sie Klubobfrau bleiben. „Meine Loyalität zu Frank ist nicht vorbei“, sagte Nachbaur in der ORF-Sendung Im Zentrum.

Lugar: „Sie muss sich deklarieren“
Während der „Big Spender“ in Kanada weilt und schweigt, spaltet die Frage, ob Nachbaur Obfrau bleiben darf, den Parlamentsklub – und sorgt für einen Machtkampf. Die einen, angeführt von Ex-Klubobmann Robert Lugar, stellen ihr ein Ulimatum: „Wenn sie sich nicht mit den Werten identifiziert, kann sie nicht Klubobfrau sein. Ich hoffe, sie kommt zur Vernunft. Sie muss sich endlich deklarieren“, meint Lugar.

Andere wie Marcus Franz sagen: „Eine parteilose Klubobfrau ist ein Zeichen ­einer modernen Bewegung.“ Dem Vernehmen nach zählen auch Georg Vetter und zwei Mandatarinnen zur „Pro-Nachbaur-Front.“

Rudi Fußi, Ex-Berater des Team Stronach, spricht von einem bizarren Schauspiel: „Frank hat drei Einflüsterer. Sie reden ihm Dinge ein, die nicht stimmen. Das ist eine Intrige gegen Nachbaur.“

Sitzung am Dienstag
Jetzt soll eine Krisensitzung Dienstag Mittag den totalen Zusammenbruch verhindern. Stronach selbst wünscht sich einen „starken Mann“. Diese Forderung, die Entfremdung von Nachbaur und die Streichung der 140.000-Euro-Gage führten zum Rücktritt. Nur: Ein „starker Mann“ fehlt.
 

Nachbaur im ORF-TV-Duell

Kathrin Nachbaur: „Ich stehe hinter den Inhalten. Ich bespreche mit meinem Team, ob ich wieder eintreten werde. Es ist nicht aus mit der Loyalität zu Frank. Engagiere mich nur in führender Position, wenn das von meinen Kollegen mitgetragen wird. Es wurde Konstrukt geschaffen, dass Stronach die Kontrolle behält.“

Rudi Fußi (Ex-Berater): „Nur wegen der Schwangerschaft tritt man nicht aus der Partei aus. Stronach ist eine Lachnummer, die Marke Stronach ist kaputt.“

Anneliese Rohrer (Journalistin): „Keiner kennt sich aus. In vier Jahren ist der Spuk vorüber. Aber so belanglos ist das nicht, das wird mit unseren Steuergeldern finanziert.“

Gerhard Köfer (Team Stronach Kärnten): „Meine Loyalität hält sich in Grenzen“

Peter Filzmaier (Politologe): „Formal gibt es kein Problem, aber irgendwann ist der politische Konflikt vorprogrammiert.“
 

Ex-Stronach-Berater: "Intrige gegen Nachbaur"

ÖSTERREICH: Was passiert da gerade im Team Stronach?
Rudi Fußi: Es ist ein bizarres Schauspiel. In der Partei versuchen alle, Stronach nach dem Mund zu reden. Wenn sie merken, dass er jemanden fallen lässt, dann stürzen sich die anderen auf ihn, um in Stronachs Gunst zu steigen.

ÖSTERREICH: Wer hat das Sagen, wenn Stronach weg ist?
Fussi: In der Partei sind das meiner Wahrnehmung nach Partei-Manager Bauer, die NÖ-Chefin Heiser-Fischer und ihr Lebensgefährte Krüger. Sie sind seine Einflüsterer. Sie reden ihm Dinge ein, die nicht stimmen können. Das ist eine Intrige gegen Nachbaur.

ÖSTERREICH: Wer ist der „starke Mann“, der laut Nachbaur kommen soll?
Fussi: Das weiß niemand. Das würde ja voraussetzen, dass Stronach einen starken Mann neben sich zulässt.

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