24. August 2010 15:30
© TZ Österreich / Schwarzl
Der Aufenthalt im Kosovo wird für Arigona Zogaj, ihre Mutter und ihre beiden
kleinen Geschwister doch länger dauern als erhofft. Eigentlich war geplant,
dass sie spätestens zu Schulbeginn wieder zurück in Österreich sein können.
Schließlich wollte Arigona (18) auf keinen Fall im letzten Jahr vor
Abschluss der Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe in Linz
Unterrichtsstoff verpassen.
Visa
Doch aus der rechtzeitigen Rückkehr wird nichts. Schulbeginn
und mehrere Monate darüber hinaus wird sie wohl im Kosovo verbringen und den
Stoff dann nachholen müssen. "Die Schülervisa wurden noch nicht beantragt",
so Pfarrer und Betreuer Josef Friedl.
Das bestätigt auch Arigonas Linzer Anwalt Helmut Blum auf Anfrage: "Derzeit
werden alle notwendigen Unterlagen zusammengetragen." Dazu gehört auch die
Obsorge-Übertragung für die kleinen Geschwister vom getrennt lebenden Vater
Devat an Mutter Nurie.
"So schnell wie möglich"
Wann die Anträge dann
endlich gestellt werden können, kann Blum nicht sagen: "Aber wir erledigen
alles so schnell wie möglich." Zum Ausfüllen des zehnseitigen Antrags muss
Arigona nach Skopje in Mazedonien fahren, rund eine Stunde von Pristina
entfernt. Oder in die albanische Hauptstadt Tirana.
Inzwischen läuft den Zogajs aber die Zeit davon. Am 13. September beginnt in
Oberösterreich die Schule. "Bis dahin werden die Anträge sicher nicht
erledigt sein", ist Anwalt Blum realistisch. Die Behörden haben theoretisch
sechs Monate Zeit. "Ich glaube jedoch, dass es ab Antrag rund zwei Monate
dauern wird." Allerspätestens zu Weihnachten könnte Arigona somit ihren
Freund Philipp wieder in die Arme schließen.
6 Wochen im Kosovo
Am 15. Juli haben die Zogajs nach neun Jahren
Kampf um ein Bleiberecht Österreich verlassen. "Freiwillig", wie sie
betonten. Von Salzburg über Wien ging die Reise in die alte Heimat Pristina.
Seither leben die 18-Jährige und ihre Familie völlig zurückgezogen in einem
Zwei-Zimmer-Apartement in einem Vorort von Pristina. Betreut wird die
Familie nach wie vor von der Volkshilfe. Pfarrer Josef Friedl, engster
Freund der Familie, übernimmt die Kosten für den Aufenthalt.