Wehrpflicht: 
Darabos beschimpft

Heeresreform

Wehrpflicht: 
Darabos beschimpft

In der Liebe und in der Politik ist nichts verboten – dieses geflügelte Wort schienen die FPÖ und auch der Milizverband am Mittwoch etwas zu wörtlich zu nehmen: Sie beschimpften den Verteidigungsminister unflätig, der ab 2012 ja die Wehrpflicht abschaffen und das Bundesheer in eine Freiwilligenarmee umbauen will.

● FPÖ-Misstrauensantrag: FPÖ-General Herbert Kickl kündigte für die heutige Parlamentssitzung einen Misstrauensantrag und damit eine heftige Parlamentsdebatte an – am liebsten würde Kickl, wie er sagt, „ab sofort jeden Tag einen Misstrauensantrag gegen Minister Darabos einbringen“. Warum?


FPÖ will Darabos jetzt 
„das Handwerk legen“
Die Antwort ist eine Schimpfkanonade, die man selbst aus Kickls Mund – aus seiner Feder stammt immerhin der Slogan „Mehr Mut für unser Wiener Blut“ – nicht oft zu hören bekommt: „Norbert Darabos und das Bundesheer, das ist ungefähr so wie eine Frau in einem Männerkörper oder ein Mann in einem Frauenkörper – jemand, der sich nicht wohlfühlt.“ Fazit des wortgewaltigen Blauen: „Ich glaube, es ist höchste Zeit, diesem Mann das Handwerk zu legen.“

● Miliz-Auszucker: Attacke Nummer zwei kommt vom Präsidenten des Milizverbandes Michael Schaffer, verbaltechnisch auch kein unbeschriebenes Blatt. Schaffer scheute sich schon vor 20 Jahren nicht, Zivildiener frank und frei als „Drückeberger“ zu diffamieren. Am Mittwoch nahm er Darabos persönlich ins Visier: „Dem Minister fehlt jede Sachkenntnis und Führungsfähigkeit. Er ist eine Zumutung und ein Fremdkörper“, so Schaffer. Der Milizverbandspräsident werde bei der Heeresreform nicht mitmachen. Schaffer: „Das wird sich auflösen.“

Auch die Freiwilligen werden beschimpft
Nicht zu halten ist Michael Schaffer auch, wenn es um die künftigen Freiwilligen geht: „Die kommen aus einer Schicht, mit der wir nichts zu tun haben wollen.“ Und weiter: „Wenn man das Heer aus Freiwilligen rekrutiert, werden entweder ausschließlich Rambo-Patrioten wegen der Waffen oder solche, die in der Wirtschaft nicht unterkommen, wegen des Geldes kommen.“

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