Klare Entscheidung in Oberösterreich

Heeresbefragung

Klare Entscheidung in Oberösterreich

Exakt 1.096.954 Bürger in 444 Gemeinden waren in Oberösterreich am Sonntag stimmberechtigt, 50.632 Wahlkarten wurden im Vorfeld ausgestellt. Trotz Ski-Wetter zeigten sich die Oberösterreicher besonders engagiert: 52,3 % gaben ihre Stimme ab. Mehr gingen nur in Niederösterreich und im Burgenland zur Wahlurne.
Ab 11.30 Uhr tröpfelten fast im Minutentakt die Ergebnisse ein. Als Erstes meldete Mörschwang (Bezirk Ried) sein Stimmergebnis: 72,3 % für die Wehrpflicht. So eindeutig war es zwar nicht überall. Doch richtig knapp wurde es nur in wenigen Gemeinden. Denn auch in den rot regierten Statutarstädten Linz, Wels und Steyr fiel das Ergebnis deutlich aus.

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Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) freute sich über die klare Entscheidung: „Es zeigt, dass die ÖVP eine Partei ist, die ein G’spür dafür hat, was die Bevölkerung bewegt und will.“ Das Ergebnis sei jedoch auch ein klarer Auftrag zur Reform des Grundwehrdienstes.

SPÖ-Chef Josef Ackerl reagierte enttäuscht: „Das Volk hat gesprochen. Aber ich hätte mir für die jungen Menschen ein anderes Ergebnis gewünscht.“ Die Emotionen hätten über die eigentliche Sachfrage gewonnen. Er mahnte mehr Mittel für die Bezahlung der Zivildiener und Soldaten ein. Und: Er stehe trotzdem hinter Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ).

Diashow Das sagen die Prominenten zur Abstimmung

Niki Lauda, F1-Legende, Ex-Airliner:

»Ein Armutszeugnis für die Politik, die unfähig ist, grundsätzliche Dinge zu entscheiden. Ich war immer gegen Volksbefragungen, wozu haben wir eine Regierung – das überdenke ich jetzt. Was ich nicht verstehe: Minister Darabos sagt, er werde sich nun für das ,zweitbeste System‘ einsetzen. In der Wirtschaft muss ein Manager, der seine Ziele nicht umsetzen kann, abtreten.«

Hannes Androsch, Industrieller:

»Ich habe ein solches Ergebnis befürchtet. In der Kürze der Zeit war es nicht möglich, die emotionalen Nebelgranaten abzuwenden. Gut ist, dass das Thema jetzt im politischen Diskurs ist – bei der Nationalratswahl sehen wir uns wieder! Die Zwentendorf-Abstimmung hat die SPÖ auch knapp verloren – und die Wahl danach deutlich gewonnen.«

Edmund Entacher, Generalstabschef:

»Ich freue mich sehr über das Ergebnis. Und ich bin der festen Überzeugung, dass die Beibehaltung der Wehrpflicht tatsächlich der richtige Weg für das Bundesheer ist. Nun werden wir mit voller Kraft die notwendigen Optimierungsarbeiten beim Heer angehen. Dafür können wir jetzt den Schwung dieses tollen Ergebnisses nutzen.«

Thomas Hofer, Politikberater

»Das Votum war viel eindeutiger als gedacht. Damit steigt der Druck auf Minister Darabos.«

Gunnar Prokop Ex-Handballtrainer:

»Das ist gut, damit die jungen Burschen auch künftig etwas für das Land tun werden.«

Peter Filzmaier Politikwissenschafter:

»Bemerkenswert ist, dass nicht-militärische Motive (Zivildienst) mit Abstand dominierend waren.«

Christoph Leitl Wirtschaftskammer-Chef:

»Ich habe diese klare Entscheidung erwartet: für den Zivildienst und eine Reform.«

Manfred Deix Karikaturist:

»Sehr schade. Die wohl letzte Chance für eine sinnvolle Reform ist verloren gegangen.«

Eva Glawischnig Grünen-Chefin:

»Ich habe mir etwas anderes erhofft, aber das Ergebnis ist zu akzeptieren. Nachdem der -Zivildienst flächendeckend das wesentliche Argument war, um für die Wehrpflicht zu stimmen, ist jetzt endlich eine Gleichstellung von Zivil- und Wehrdienern angebracht, also die Verkürzung des Zivildiensts auf 6 Monate.«

Gerda Rogers Astrologin:

»Das habe ich nicht erwartet. Aber wie das Volk entscheidet, muss akzeptiert werden.«

Marc Janko Fußballer:

»Damit müssen jetzt weiterhin Tausende junge Männer sinnlos Zeit verschwenden.«

Heinz-Christian Strache FPÖ-Chef:

»Das ist ein großartiger Tag für Österreich. Die hohe Wahlbeteiligung zeigt, dass es ein großes Interesse an dem Thema gibt. Jetzt muss aber das Heer reformiert werden. Denn das Ergebnis macht deutlich, dass die Österreicher das Heer reformieren, nicht demontieren wollen. Und fix ist: Darabos muss jetzt gehen!«

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