30. Oktober 2009 13:20
Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) macht anlässlich der
Studentenproteste Teile der im Uni-Budget vorgesehenen Notfalls-Reserve in
der Höhe von 34 Mio. Euro locker. Zusammen mit dem im Konjunkturpaket für
die Jahre 2009 und 2010 für Uni-Infrastruktur vorgesehenen je 17 Mio. Euro
sollen damit insgesamt 68 Mio. Euro an die Unis fließen. Voraussetzung: "Das
Geld muss in den Hörsälen ankommen", so Hahn im Ö1-"Mittagsjournal".
Über die Vergabe der 34 Mio. Euro sollen die Uni-Leitungen mit den
lokalen Hochschülerschaften entscheiden. Wenn diese bald zu Ergebnissen
kommen, könne das Geld noch heuer fließen, so Hahn.
In der am 1. Oktober in Kraft getretenen Novelle des Universitätsgesetzes
(UG) ist eine Art "Minister-Reserve" von zwei Prozent des Uni-Budgets
vorgesehen. Für die Jahre 2010 bis 2012 beträgt diese insgesamt 132 Mio.
Euro. Die eine Hälfte davon, also 66 Mio. Euro, geht an den
Wissenschaftsfonds FWF. Die andere Hälfte ist für "Notfälle" reserviert -
ein solcher ist nun offenbar eingetreten. Von den 66 Mio. werden nun 34 Mio.
ausgeschüttet.
Außerdem will sich Hahn mit allen, die an der Weiterentwicklung der Unis
ein Interesse haben, an einen Runden Tisch setzen. Er hofft auf eine erste
Sitzung in zwei bis drei Wochen. In Richtung Bundeskanzler Werner Faymann
(S) meinte Hahn, dass er "direkt froh" sei, dass dieser sich nun auch
einbringe. Der Kanzler solle sich insofern einmischen, indem er die
Verantwortlichen in der SPÖ unterstütze, den Dialog zu führen. Es sei
wichtig, dass die Regierung an einem Strang ziehe. Derzeit vermisst Hahn
einen breiten gesellschaftlichen Grundkonsens über die Rolle der
Universitäten.