Atombombe im Iran in ein bis zwei Jahren

Institut für Strategische Studien

Atombombe im Iran in ein bis zwei Jahren

Der Iran könnte nach Einschätzung von Experten in ein bis zwei Jahren über eine erste Atombombe verfügen. Hinweise belegten praktisch zweifelsfrei, dass der Iran die Fähigkeit zur Herstellung von Atomwaffen anstrebe, erklärte das Internationale Institut für Strategische Studien (IISS) am Donnerstag in London. Der Westen wirft dem Iran seit langem vor, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Die islamische Republik bestreitet dies. In welcher Zeitspanne der Iran die Waffen bauen könnte, ist wichtig, weil über einen Militärschlag der USA oder Israels spekuliert wird.

Niedrig angereichertes Uran reicht für ein bis zwei Atomwaffen
Das vom Iran angesammelte niedrig angereicherte Uran würde bei höherer Anreicherung für ein bis zwei Atomwaffen ausreichen, erklärte das IISS. Sollten die 4000 Zentrifugen in der Anreicherungsanlage in Natanz, die offenbar gut funktionierten, tatsächlich der Produktion von atomwaffenfähigem Material dienen und weiter auf Hochbetrieb arbeiten, "dann würde es ein wenig mehr als ein Jahr und sieben Monate dauern, bis ausreichend hoch angereichertes Uran für eine Bombe vorhanden wäre", berichtete das Institut. Die Produktion des hoch angereicherten Urans für weitere Atombomben würde rascher vonstattengehen, sagte das Institut voraus. Für jede weitere Bombe wären voraussichtlich mindestens 32 Wochen nötig.

Dieses Berechnung basiert auf der Grundlage, dass der Iran das vierstufige Produktionsverfahren anwendet, das Pakistan entwickelt und der pakistanische Atomwissenschaftler Abdul Qadeer Khan auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft hatte. Khan gestand 2004, die Methode an den Iran, Nordkorea und Libyen weitergegeben zu haben.

Bombe theoretisch auch schneller möglich
Theoretisch könnte der Iran auch eine raschere Anreicherungsmethode wählen, die sogenannte gebündelte Anreicherung. Damit könnte schon binnen sechs Monaten ausreichend hoch angereichertes Uran für eine Bombe produziert werden, das Material für jede weitere Bombe würde vier Monate brauchen. Das Verfahren ist in der Praxis allerdings noch nicht angewendet worden. Das IISS hält es nach eigenem Bekunden daher für unwahrscheinlich, dass der Iran sich dieser Methode bedienen wird.

"Die Mindestzeitspanne für die erste Waffe sind etwas mehr als zwei Jahre nach der pakistanischen Methode und ein Jahr nach dem gebündelten Verfahren", erklärte das Institut. Die Entwicklung einer Trägerrakete werde diese Zeitspanne verlängern. Und selbst mit der ersten Atombombe würde der Iran nicht über eine glaubhafte atomare Abschreckung verfügen. Dazu seien mindestens eine Handvoll Atomwaffen nötig.

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