Aufstand der Fluglinien gegen US-Pläne

Fingerabdruck

 

Aufstand der Fluglinien gegen US-Pläne

Der Plan, Fingerabdrücke auch von ausreisenden Passagieren zu nehmen, würde für die ohnehin unter Preisdruck stehenden Linien Mehrkosten in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar (2,2 Mrd. Euro) bedeuten, kritisierte der Weltluftfahrtverband IATA (IATA).

"Grenzsicherung und Grenzkontrollen liegen in der Verantwortlichkeit der Regierung", meinte der Dachverband der Luftfahrtgesellschaften. "Das Auslagern von Ausreiseformalitäten an die Fluglinien ist kein vernünftiger Ansatz", sagte IATA-Chef Giovanni Bisignani.

Längere Wartezeiten für Passagiere
"Wir halten die Pläne für absolut unzulässig", sagte auch Lufthansa-Sprecher Jan Bärwalde am Mittwoch in Frankfurt. "Es ist einmal mehr eine Geschichte, wo hoheitliche Aufgaben auf Fluggesellschaften übertragen werden sollen", sagte Bärwalde. Dies bedeute für die Airlines deutlich mehr Aufwand. Auch die Passagiere hätten Nachteile, weil die Kontrollen dann mehr Zeit in Anspruch nehmen würden. Dies sei genau das Gegenteil der Ziele der Branche, wonach die Abwicklung der Kontrollen nicht mehr Zeit und Aufwand erfordern sollen als unbedingt notwendig.

Fingerabdruck soll ab Juni 2009 kommen
Dagegen will die US-Heimatschutzbehörde die Fluggesellschaften zur Abnahme der Fingerabdrücke zwingen. Die Maßnahme soll bis Juni kommenden Jahres umgesetzt werden, berichteten US-Medien am Mittwoch. Die Behörde begründet dies damit, dass die Fluglinien bereits über Infrastruktur für ausreisende Passagiere verfügten.

Die Regierung sei bereit, für einen Teil der Kosten aufzukommen. Durch die Abnahme von Fingerabdrücken beim Verlassen der USA wolle man Visaüberschreitungen auf die Spur kommen.

Die neuen Regeln sollen auch für Schiffspassagiere gelten, die aus den USA ausreisen. Der Kongress hatte im vergangenen Jahr vom Heimatschutzministerium verlangt, die Sammlung von Fingerabdrücken von Ausreisenden bis Juni 2009 einzuführen.

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