Bei Pleite: Brown deutet Rücktritt an

Großbritannien-Wahl

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Bei Pleite: Brown deutet Rücktritt an

Der britische Premierminister Gordon Brown hat angedeutet, dass er im Fall einer Niederlage bei der Unterhauswahl am Donnerstag zurücktreten will. Dem Fernsehsender GMTV sagte Brown am Dienstag, wenn seine Labour-Partei scheitern sollte, werde er "die volle Verantwortung" dafür übernehmen. Die seit 13 Jahren regierenden Sozialdemokraten liegen in den meisten Umfragen vor der Wahl nur auf dem dritten Platz hinter der Konservativen Partei und den Liberaldemokraten.

Breite Unterstützung für Tories
Mittlerweile unterstützt auch die renommierte Wirtschaftszeitung "Financial Times" die konservativen Tories. Das britische Blatt schrieb am Dienstag, die Partei von David Cameron könnte am ehesten den Wandel schaffen, den das Land so dringend brauche. Die "FT" hatte die Konservativen seit 1987 nicht mehr unterstützt und äußerte auch jetzt Bedenken über die EU-Skepsis der bisherigen Oppositionspartei. Dennoch seien die Tories die beste Option für ein besseres wirtschaftliches Umfeld.

Die Labour-Partei von Premier Gordon Brown benötige dagegen eine Zeit in der Opposition, um sich "zu regenerieren". Schon mehrere Medien, darunter das Wirtschaftsmagazin "The Economist", die Zeitung "The Times" sowie das Massenblatt "The Sun", unterstützen die Tories.

Endspurt im Wahlkampf
Der Wahlkampf trat am Montag in seine Endphase. Kurz vor dem am Donnerstag anstehenden Urnengang warben die Spitzenkandidaten der drei großen Parteien insbesondere um das Drittel noch unentschlossener Wähler. Meinungsumfragen zufolge dürfte es den knappsten Ausgang einer Parlamentswahl seit mehr als 20 Jahren geben. Labour-Minister appellierten an ihre Anhänger, in besonders hartumkämpften Wahlkreisen taktisch zu wählen und den Liberaldemokraten den Vorzug vor den Konservativen zu geben.

Die seit 1997 regierende Labour-Partei von Premierminister Gordon Brown liegt Umfragen zufolge zwischen sieben und elf Prozentpunkte hinter den Konservativen. Ob die Partei von Oppositionsführer David Cameron damit auch die absolute Mehrheit erreicht, blieb jedoch offen. Zum Zünglein an der Waage könnten die Liberaldemokraten unter deren Spitzenkandidat Nick Clegg werden.

Kopf-an-Kopf-Rennen
Cameron kündigte am Dienstag an, bis tief in die Nacht Wahlkampf zu betreiben. "Wir halten überhaupt nichts für sicher", sagte der Wahlkampfchef der Tories George Osborne. "Ich will, dass wir jeden noch unentschlossenen Wähler überzeugen." Brown warf den Konservativen vor, durch Kürzungen bei öffentlichen Dienstleistungen, die wirtschaftliche Erholung zu gefährden. "Ihre Wahlslogans mögen modern sein, aber ihre Politik ist die aus den 30er und 80er Jahren", schrieb Brown in der Zeitung "Guardian".

Die letzte Reuters/Ipsos-MORI-Umfrage in von Labour bei der vorigen Wahl nur knapp gewonnenen Wahlkreisen sah ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Parteien. Dies würde einen Stimmungsumschwung von sieben Prozent zugunsten der Konservativen bedeuten und könnte ganz knapp für eine absolute Mehrheit reichen.

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