David Cameron mit Ei beworfen

Britischer Wahlkampf

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David Cameron mit Ei beworfen

Der britische Oppositionsführer David Cameron ist bei einem Wahlkampfauftritt am Mittwoch mit einem Ei beworfen worden. Der konservative Politiker überspielte den Angriff in der südwestenglischen Kleinstadt Saltash in der Nähe von Plymouth mit einem Lachen. "Das war das erste dieses Wahlkampfs", sagte Cameron über das Geschoß, das ihn an der Schulter traf. Der Eierwerfer wurde nach Angaben eines Parteisprechers vorübergehend festgenommen, aber wieder freigelassen, als sich herausstellte, dass er keine weiteren Eier bei sich hatte.

Cameron und das Huhn
Ironischerweise wird Cameron auf seiner Wahlkampftour schon seit Tagen von einem als Huhn verkleideten Reporter verfolgt. Die Zeitung "Daily Mirror" will mit dieser Aktion deutlich machen, dass sie Cameron für zu feige hält, sich schwierigen Fragen zu stellen - in England nennt man Angsthasen "Chicken", also Hühnchen. Cameron erklärte nach dem Eierwurf am Mittwoch: "Nun weiß ich endlich, was zuerst da war - das Huhn, nicht das Ei."

Brown hinterher
Unterdessen versucht Premierminister Gordon Brown vor der zweiten Fernsehdebatte der Spitzenkandidaten Boden gutzumachen. Der in Umfragen zurückliegende Regierungschef betonte den Reformwillen seiner Labour-Partei und umwarb damit die in der Wählergunst überraschend deutlich gestiegenen Liberaldemokraten. Deren Parteichef Nick Clegg zeigte Brown jedoch die kalte Schulter: Die seit 13 Jahren regierende Labour-Partei habe jeden Fortschritt blockiert und keinerlei Vertrauen verdient, sagte der frühere Europaabgeordnete und neue Star der britischen Politikszene am Mittwoch.

Fernsehdebatte
Das Thema der zweiten von drei geplanten Fernsehdebatten vor der Wahl am 6. Mai ist die Außenpolitik. Dabei werden Clegg, Brown und der Chef der Konservativen, David Cameron, voraussichtlich vor allem über Europa und Kernwaffen streiten. Auch der Einsatz der 9.500 britischen Soldaten in Afghanistan und der Atomstreit mit dem Iran werden vermutlich zur Sprache kommen.

Durch das überraschend starke Abschneiden von Clegg bei der ersten Debatte ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass erstmals seit 1974 bei der Wahl weder die Labour-Partei noch die Konservativen eine absolute Mehrheit im Unterhaus erlangen können. In den meisten der am Mittwoch veröffentlichten Umfragen belegen die Konservativen den Spitzenplatz vor den Liberaldemokraten. Die regierende Labour liegt an dritter Stelle. Die Eigenheiten des britischen Wahlsystems lassen es aber nicht zu, von den Umfrage-Ergebnissen direkt auf die Zusammensetzung des Unterhauses zu schließen.

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