Taximörder vom Bodensee gefasst

Deutschland

Taximörder vom Bodensee gefasst

Gut einen Tag nach seiner Flucht aus einer geschlossenen Psychiatrie ist der Taximörder vom Bodensee wieder hinter Schloss und Riegel. Die Polizei fasste den 29-Jährigen am späten Sonntagabend nur rund zehn Kilometer entfernt von seinem Ausbruchsort.

Zivilpolizisten entdeckten Gesuchten auf dem Fahrrad

Zivilpolizisten erkannten ihn auf einem Fahrrad und stellten ihn nach kurzer Verfolgungsjagd, teilte das Landeskriminalamt in Stuttgart mit. Wie Bild.de berichtet, hatten die Beamten zunächst versucht, dem Flüchtenden den Weg abzuschneiden. Als dies nicht gelang, sei der Taxi-Mörder vom Streifenwagen gerammt worden, schreibt Bild.de.

Täter bei der Flucht leicht verletzt
Nach Polizeiangaben verletzte sich der Mann durch den Sturz "erheblich, aber nicht schwer": Er wurde zunächst unter strenger polizeilicher Bewachung in einer Heidelberger Klinik untersucht. Gegen 2.00 war er schließlich wieder in der geschlossenen Abteilung psychiatrischen Klinik.

Vor einem Jahr Taxifahrerin am Bodensee ermordet

Vor knapp einem Jahr hatte der Mann eine Taxifahrerin am Bodensee umgebracht. Eine weitere vergewaltigte und verletzte er schwer. Wegen erheblich verminderter Schuldfähigkeit wurde er im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN) untergebracht. Weil der jungenhaft wirkende 29-Jährige als extrem gewaltbereit gilt, hatten für ihn höchste Sicherheitsmaßnahmen gegolten.

Spektakuläre Suchaktion

Trotz Hinweisen von Bürgern war die Suche nach dem 29-Jährigen zunächst erfolglos geblieben. 50 Beamte waren am Sonntag rund um Wiesloch im Einsatz - unterstützt von Hubschraubern, Wärmebildkameras und Hunden. Die Suche in der Region war schwierig, weil großflächige Waldgebiete zahlreiche Verstecke bieten.

Taximörder © EPA / Polizei
Der Taximörder Andrej W. / (c) EPA / Polizei

Umstände der Flucht noch unklar
Der zu lebenslanger Haft verurteilte Straftäter war am Samstag aus dem Hochsicherheitstrakt einer geschlossenen Psychiatrie in Wiesloch bei Heidelberg ausgebrochen, obwohl er an den Füßen gefesselt war. Wie der Schwerverbrecher während seines Einzelhofgangs trotz Fußfessel und Videoüberwachung entwischen konnte, ist zwar noch nicht abschließend geklärt. Die Ermittlern gehen aber davon aus, dass er mit Hilfe einer ausgehängten Toilettentür die vier Meter hohe Mauer emporgeklettert ist. Eine zweite, rund fünf Meter hohe und mit Stacheldraht gesicherte Mauer soll er dann an einer Stelle überwunden haben, an der gerade Bauarbeiten stattfanden. Ungelöst blieb weiterhin, wie er die Fußfessel ohne nötiges spezielles Wissen geöffnet hat. Die Ermittler glaubten nicht an einen Helfer.

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