EHEC: Wollt ihr uns versprossen?

Gurken sind unschuldig

EHEC: Wollt ihr uns versprossen?

Was für ein Chaos! Jetzt mussten die deutschen EHEC-Jäger sogar offiziell zugeben: Weder die spanische Gurke, noch die verdächtigen Paradeiser, Melanzani oder Fertigsalate haben jemals den „Killer-Keim“ übertragen.
Hat die Angst vor EHEC ein Ende? Ist endlich der Ursprungs-Keim gefunden? Kann sein.

Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner und Gesundheitsminister Daniel Bahr verkündeten gestern: Nur die Sprossen können für die gefährliche EHEC-Epidemie mit inzwischen 30 Toten verantwortlich sein. Und auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts Reinhard Burger verkündete: „Ja, es waren die Sprossen.“

Bauern machten schon eine Milliarde Euro Verlust
Nun soll tatsächlich der Bio-Gärtnerhof Bienenbüttel (ist inzwischen gesperrt) in Niedersachsen hinter den Keimen stecken, obwohl sich viele Infizierte gar nicht daran erinnern können, überhaupt je Sprossen gegessen zu haben. „Alle Indizien würden auf den Hof führen“, sagt der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann.

Tatsächlich wurde Freitagnachmittag in Nordrhein-Westfalen erstmals der aggressive EHEC-Typ O104 in einer Packung Sprossen nachgewiesen, die aus Bienenbüttel stammt. Die Sprossen wurden (in einer geöffneten Packung) im Mistkübel einer Familie gefunden – zwei Familienmitglieder waren zuvor erkrankt.

Berlakovich: „Möglichst viel Entschädigung“
Die Warnungen vor gefährlichen Lebensmitteln kosteten Milliarden: Schon eine Milliarde Euro haben die europäischen Gemüsebauern in den letzten zwei Wochen an Verlusten gemacht. In Österreich rechnet man mit einer Million Euro Minus.
Gegenüber ÖSTERREICH erklärt Österreichs Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich nun: „Es ist ein wichtiges Signal, dass Deutschland seine Warnung vor Gurken, Salat und Paradeisern aufgehoben hat. Nun gilt es, möglichst viel Entschädigung für unsere Bauern auf EU-Ebene zu erwirken.“

Wieder verseuchte Sprossen in Holland entdeckt
In den Niederlanden sind bei einem weiteren Agrarbetrieb EHEC-Bakterien auf Sprossen von Roter Rüben entdeckt worden. Wie bei dem ersten Fund vor wenigen Tagen handele es sich aber nicht um den gefährlichen Typ O104:H4, der die Infektionswelle in Deutschland ausgelöst habe, teilte das Gesundheitsministerium in Den Haag am Samstag mit. Es ordnete zugleich die Vernichtung der betroffenen Sprossen beim Lieferanten sowie im Handel an.

Zur Warnung für Verbraucher veröffentlichte die zum niederländischen Agrarministerium Haag gehörende Behörde für Lebensmittel und Warenprüfung (VWA) auf ihrer Website Etiketten der betroffenen Sprossen-Produkte. Um welchen konkreten EHEC-Typ es sich dabei handelt, blieb zunächst unklar.

Deutscher Minister: "Sprossen sofort zurückbringen"

Für die EHEC-Fahndung sollen Verbraucher auch weiterhin verdächtige Sprossenpackungen an die Behörden übergeben. Dazu rief der Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen am Samstag in einem WDR-Interview auf, nachdem auf Sprossen aus einem Mistkübel in Königswinter bei Bonn erstmals der gefährliche EHEC-Typ O104 nachgewiesen worden war.

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