EZB-Randale 
in Frankfurt

Proteste gegen Prunkbau der EZB

EZB-Randale 
in Frankfurt

Tränengas, Wasserwerfer, mit Schlagstöcken prügelnde Polizisten, Tausende Aktivisten, deren Wut sich in Gewalt entlud: Die Straßen der Main-Metropole Frankfurt glichen am Mittwochvormittag einem Schlachtfeld.

Brennende Autos
Der Zorn der Demonstranten, angeführt von der kapitalismus­kritischen „Blockupy“-Bewegung, richtete sich gegen den neuen Prunkbau der Europäischen Zentralbank (EZB). Schon um 7 Uhr früh eskalierte eine friedliche Mahnwache. Polizeiautos gingen in Flammen auf, es kam zu schweren Auseinandersetzungen. Der öffentliche Verkehr stand still. Kurz vor der Eröffnung um elf Uhr kletterten Demonstranten auf den 1,3 Milliarden teuren EZB-Turm und hissten eine Fahne mit dem Schriftzug „Kapitalismus tötet“. Die Notenbankchefs, wie Österreichs Ewald Nowotny, mussten per Helikopter zum Festakt geflogen werden. „Ich finde es bedauerlich, dass so etwas passiert. Hier wird Demo-Recht missbraucht“, sagt Nowotny zu ÖSTERREICH.

Aktivisten aus Wien
Mehr als 10.000 gingen auf die Straße, auch aus Österreich reisten Demonstranten an. Die erste Bilanz der Krawalle: 550 wegen Straftaten und Randale in Gewahrsam genommene Aktivisten, 88 verletzte Polizisten. EZB-Boss Mario Draghi zeigte in seiner Rede Verständnis für den Protest. Hendrik Wester von „Blockupy“ meinte: „Die Polizei griff Teile der Demo an.“

(prj)

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