Erneut Tote bei US-Drohnenangriff

Pakistan

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Erneut Tote bei US-Drohnenangriff

Im Nordwesten Pakistans sind bei einem den USA zugeschriebenen Raketenangriff acht mutmaßliche Extremisten getötet worden. Nach Angaben zweier pakistanischer Geheimdienstmitarbeiter schlugen am Samstagmorgen vier Raketen in ein Haus in Datta Khel in Nord-Waziristan ein. Datta Khel war bereits wiederholt Schauplatz von Angriffen auf Taliban, Al-Kaida-Kämpfer und deren lokale Unterstützer, die beschuldigt werden, NATO- und US-Truppen ins Visier genommen zu haben. In den vergangenen fünf Wochen haben die USA mindestens 22 Drohnenangriffe auf pakistanischem Gebiet gestartet. Westliche Geheimdienste gehen davon aus, dass einige der von der CIA gesteuerten Attacken darauf abzielten, einen konzertierten Terrorangriff auf europäische Städte zu verhindern.

Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" hat die US-Armee der CIA Predator- und Reaper-Drohnen geliehen, mit denen der Auslandsgeheimdienst Aufständische an der Grenze zu Afghanistan beschießen könne. Die Fabriken, in denen die Drohnen gebaut werden, könnten nicht so schnell produzieren, wie es angesichts des wachsenden Bedarfs von Pentagon und CIA notwendig sei. Unterdessen übernahmen die pakistanischen Taliban die Verantwortung für die Zerstörung von rund dreißig NATO-Tankfahrzeugen am Freitag. Die Extremisten hatten die Laster im Süden Pakistans angegriffen und in Brand gesteckt. Die Aktion sei eine Vergeltung für den NATO-Hubschrauberangriff, bei dem zuvor drei pakistanische Grenzsoldaten getötet worden waren, sagte ein Taliban-Sprecher.

Aufruf Bin Ladens an Muslime
Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden hat unterdessen die Muslime rund um die Welt aufgerufen, den Opfern der Flutkatastrophe in Pakistan zu helfen. Die muslimischen Staaten sollten ihren Reichtum und ihre Möglichkeiten für Hilfsaktionen in Pakistan nutzen, heißt es in einer am Samstag im Internet veröffentlichten 13-minütigen Ton-Aufnahme. Die zu hörende Stimme wurde Bin Laden zugeschrieben. Sie unterlegte ein Video, das Bilder von Naturkatastrophen und ein Foto des Islamisten zeigte. Sein Versteck wird in der Gebirgsregion zwischen Afghanistan und Pakistan vermutet.

Bin Laden soll laut einem Bericht des "Spiegel" die jüngst bekanntgewordenen Pläne für eine Anschlagsserie in Europa persönlich gebilligt haben. Er habe auch einen Teil des dafür benötigten Geldes zur Verfügung gestellt, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin in einer Vorausmeldung am Samstag unter Berufung auf Aussagen eines deutschen Islamisten, der von den USA in Afghanistan festgehalten und vernommen wird. Vorbereitet habe die Pläne die "Nummer 3" von Al-Kaida, Scheich Younis al-Mauretani. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hätten kleine Gruppen von Angreifern in London sowie in deutschen und französischen Städten Geiseln nehmen und töten sollen. Auch Selbstmordanschläge seien vorgesehen gewesen.

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