Erste Greenpeace-Aktivistin frei

Russland

Erste Greenpeace-Aktivistin frei

 Zwei Monate nach den Festnahmen wegen eines Greenpeace-Protests in der Barentssee hat die russische Justiz am Mittwoch eine erste Umweltaktivisten freigelassen. Die Brasilianerin Ana Paula Maciel habe ihr Gefängnis in St. Petersburg verlassen, teilte Greenpeace mit. 18 weitere der 30 Menschen, die sich auf dem Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" befunden hatten, sollen nach bisherigem Stand ebenfalls gegen Zahlung einer Kaution freikommen.

Russische Gerichte entscheiden seit Montag nach und nach über das Schicksal der Greenpeace-Aktivisten. Am Mittwoch wurde in sieben Fällen beschlossen, dass eine Freilassung auf Kaution erfolgen kann: Neben drei britischen, zwei niederländischen und einer dänischen Staatsangehörigen gehört zu dieser Gruppe auch US-Kapitän Peter Willcox.

Sie sollten frei kommen, sobald die Kaution von jeweils zwei Millionen Rubel (45.000 Euro) gezahlt sei, teilte Greenpeace mit. Demnach will die Organisation die Kaution aufbringen. Nach russischer Gesetzgebung besteht die Möglichkeit, dass die Aktivisten nach ihrer Freilassung in Hausarrest genommen werden oder einer Residenzpflicht in St. Petersburg unterliegen. Dass sie Russland in der Zeit vor ihrem Prozess verlassen können, ist unwahrscheinlich.

Am Montag und Dienstag hatte das Gericht in St. Petersburg bereits die Freilassung von zwölf Aktivisten auf Kaution beschlossen, darunter die nun freigelassene Brasilianerin Maciel. Ein anderes Gericht in der westrussischen Großstadt hatte am Montag die Untersuchungshaft für den Australier Colin Russell um drei weitere Monate verlängert. Diese Woche will die Justiz auch im Fall der übrigen inhaftierten Besatzungsmitglieder der "Arctic Sunrise" eine Entscheidung treffen.

Die russische Küstenwache hatte den Eisbrecher am 19. September in der Barentssee aufgebracht, nachdem Aktivisten versucht hatten, eine Bohrplattform des Energiekonzerns Gazprom zu besteigen. Mit der Protestaktion wollten sie auf die Gefahren der Ölförderung für die Umwelt in der Arktis aufmerksam machen. Die Festnahme der Aktivisten rief international scharfe Proteste hervor.

Betroffen sind insgesamt 28 Aktivisten und zwei Journalisten aus 18 Ländern. Sie waren zunächst in der nördlichen Hafenstadt Murmansk inhaftiert, wurden später aber nach St. Petersburg verlegt. Ihnen soll wegen "Rowdytums" der Prozess gemacht werden, offiziell wurde aber auch der Tatvorwurf der gemeinschaftlichen Piraterie noch nicht fallen gelassen. Rowdytum kann in Russland mit bis zu sieben Jahren, Piraterie mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet werden.

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