02. März 2010 14:00
Israel will auch nach einem Friedensvertrag mit den Palästinensern das
gesamte Jordantal besetzt halten. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte
am Dienstag in Jerusalem, selbst bei einem Friedensvertrag mit den
Palästinensern werde es keinen Truppenabzug aus diesem Gebiet an der Grenze
des Westjordanlands zu Jordanien geben. Vor einem Parlamentsausschuss
begründete Netanyahu dies mit der strategischen Bedeutung des Tals als
Puffer gegen arabische Angriffe, wie ein Teilnehmer der Sitzung berichtete.
Militärische Pufferzone
Das Jordantal erstreckt sich über
etwa ein Viertel des Westjordanlands, das bis zum Sechstagekrieg von 1967 zu
Jordanien gehörte. Israel betrachtet dieses Gebiet, in dem rund 6.000
jüdische Siedler leben, als militärische Pufferzone gegen arabische
Angriffe. Die Palästinenser hingegen beanspruchen das gesamte Westjordanland
für einen eigenen Staat. Dabei gilt das Jordantal als Kornkammer und als
einzige Region, die noch größere Mengen von palästinensischen Flüchtlingen
aufnehmen könnte.
Israel hat kürzlich zwei historische Stätten im Westjordanland zum
nationalen Kulturerbe erklärt. Dabei handelt es sich um die Höhle der
Patriarchen in Hebron und Rachels Grab in der Nähe von Bethlehem. Dieser
Schritt wurde von den USA scharf kritisiert, die sich zurzeit um die
Wiederaufnahme von Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern
bemühen.
Wiederaufnahme der Nahostgespräche
Für Mitte Mai ist ein
Treffen des internationalen Nahost-Quartetts in Moskau mit dem Ziel geplant,
die Wiederaufnahme der Nahostgespräche auf den Weg zu bringen. Dabei will
US-Außenministerin Hillary Clinton mit dem russischen Außenminister Sergej
Lawrow, UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und der EUAußenministerin Catherine
Ashton zusammenkommen.