Kindersoldat-Verteidiger bricht zusammen

Guantanamo-Prozess

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Kindersoldat-Verteidiger bricht zusammen

Der erste Prozesstag gegen den jüngsten Gefangenen im US-Internierungslager Guantanamo auf Kuba ist am Donnerstag (Ortszeit) nach einem Schwächeanfall des Verteidigers von Omar Khadr abgebrochen worden. Oberstleutnant Jon Jackson brach mitten in einer Zeugenbefragung zusammen und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Es handle sich um eine Komplikation nach einer Gallenoperation, der sich Johnson vor sechs Wochen unterzogen habe, teilte der stellvertretende Chef des Verteidigerrats des Militärtribunals, Bryan Boyles, mit.

OP nötig?
Broyles sagte, es sei unklar, ob Jackson - der einzige zur Verteidigung Khadrs zugelassene Anwalt - erneut operiert oder zur weiteren Behandlung in die USA geflogen werden müsse. Der Fall Khadrs, der als 15-Jähriger gefangen genommen wurde und in dem Gefecht dabei einen US-Soldaten mit einer Handgranate getötet haben soll, zieht sich schon seit Jahren hin. Der Prozess des in Kanada geborenen Sohn des mutmaßlichen Al-Kaida-Finanziers Ahmed Said Khadr ist der erste, der in der Amtszeit von Präsident Barack Obama in Guantanamo beginnt, der das Lager auf Kuba auflösen will. Es wird erwartet, dass er drei bis vier Wochen dauert.

Khadr hat bestritten, die Handgranate geworfen zu haben, die den US-Soldaten tötete. Augenzeugen, die ihn die Handgranate werfen sahen, gibt es nicht. Staatsanwalt Jeff Groharing betonte in seinem Eröffnungsplädoyer, dass der inzwischen 23-jährige Khadr sich selbst nach seiner Festnahme als Terrorist bezeichnet habe: "Ich bin ein von Al-Kaida ausgebildeter Terrorist", zitierte Groharing Khadr. "Omar Khadr hat mit Al-Kaida konspiriert, damit er so viele Amerikaner wie möglich töten konnte."

Vater als Schlüsselfigur
Jackson sagte dagegen, Khadr sei von seinem Vater in den Krieg gestoßen worden. "Er war da, weil sein Vater ihn dazu aufgefordert hatte", sagte Jackson. "Er war da, weil Ahmed Khadr seine Feinde mehr hasste als er seinen Sohn liebte."

Jackson erklärte, Khadr habe den tödlichen Handgranatenwurf nur einmal, in seinem ersten Verhör, gestanden. Der Vernehmungsbeamte habe ihm zuvor von einem nicht kooperativen afghanischen Jugendlichen erzählt, der in ein amerikanisches Gefängnis gesteckt und dort vergewaltigt worden sei.

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