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Syrien

Mehr als 20 Tote bei Luftangriffen in Aleppo

Bei Luftangriffen und Beschuss in der nordsyrischen Großstadt Aleppo sind mehr als 20 Zivilisten getötet worden. Mindestens zwölf Menschen starben, als Kampfflugzeuge ein Rebellengebiet im Nordosten der Stadt angriffen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag erklärte. Die Zahl der Opfer könne noch steigen, da Vermisste unter Trümmern lägen.

Zahlreiche Granaten

Im von Anhängern der Regierung kontrollierten Westen Aleppos wurden am Freitag mindestens elf Zivilisten getötet, wie die Menschenrechtsbeobachter weiter mitteilten. Dort hätten islamistische Milizen zahlreiche Granaten abgefeuert.

Kliniken fehle es an Material, um Verwundete zu versorgen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO steht medizinische Hilfe für 140.000 Verletzte oder Kranke seit Wochen zum Transport nach Aleppo bereit. Allerdings gebe es keine Genehmigung der Regierung in Damaskus.

Widersprüchliche Angaben

Über den Verlauf der Kämpfe gab es am Freitag widersprüchliche Angaben. Die mit der Regierung verbündete Hisbollah-Miliz erklärte über ihren Fernsehsender Al-Manar, die Armee habe die Region um das Krankenhaus Kindi unter ihre Kontrolle gebracht. Aus Rebellenkreisen verlautete dagegen, in der Umgebung der Klinik tobten weiter Kämpfe.

Nach Darstellung der Armee gelang auch die Einnahme einiger Gebäude in der Innenstadt. Die Regierungstruppen, die von der russischen Luftwaffe unterstützt werden, hatten am Donnerstag Geländegewinne erzielt. Die gemeinsame Offensive läuft seit etwa einer Woche, es waren die heftigsten Angriffe seit Beginn des Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren.

Ausweitung der Intervention

Die russische Zeitung "Iswestija" berichtete, Russland habe weitere Kampfjets auf den Stützpunkt Hmeimim verlegt. Wenn Bedarf bestehe, könnten innerhalb von zwei bis drei Tagen weitere Flugzeuge dorthin beordert werden, berichtete das Blatt unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Militärvertreter. Das Verteidigungsministerium in Moskau gab zunächst keine Stellungnahme ab.

In den USA wird angesichts der gescheiterten Friedensbemühungen und der Entzweiung mit Russland ein Kurswechsel erwogen. Obama habe Geheimdienste, Außen- und Verteidigungsministerium angewiesen, neue Optionen zu erarbeiten, sagte der stellvertretende Außenminister Antony Blinken vor Abgeordneten. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits in dieser Woche erfahren, dass die USA etwa eine bessere Ausrüstung der Rebellen durch Verbündete in der Region erwägen.
 

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