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Ölpest - BP übernimmt Verantwortung

Die Küste der USA steht vor ihrer schlimmsten Katastrophe seit dem Untergang des Tankers "Exxon Valdez" vor mehr als 20 Jahren vor Alaska. Neun Tage nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" verseuchten Millionen Liter Öl den Golf von Mexiko. Erste Schlieren erreichten am Donnerstag die Küste von Louisiana. Rund 1,50 Meter hohe Wellen machten die Versuche zunichte, das Öl mit schwimmenden Barrieren aufzuhalten.

Notstand
Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, rief den Notstand aus. "Das gibt Anlass zu ernster Sorge", sagte David Kennedy von der Meeresschutzbehörde NOAA. "Hunderte Fisch-, Vogel- und anderen Tierarten sind akut bedroht. Ebenfalls gefährdet sind Austernbänke und die Fanggründe für Krustentiere im Mississippi-Delta.

"Seit etwa 30 Minuten können wir es riechen", sagte ein Austernzüchter am Donnerstag im Küstenort Empire. "Jetzt wissen wir, dass es näher kommt und uns hier treffen wird."

BP übernimmt Verantwortung
Bei den Menschen in Louisiana, die machtlos zusehen müssen, wie der Ölteppich sich ihrer Küste nähert, machte sich das Gefühl breit, dass sie wieder einmal, wie schon beim Hurrikan "Katrina" 2005, von der Regierung in Washington im Stich gelassen werden. Präsident Barack Obama entsandte einige Kabinettsmitglieder, die sich mit der Krise befassen sollen.

Am Freitagabend gab der Mineralkonzern BP bekannt, dass man die "volle Verantwortung" für die Katastrophe übernehme. Eine BP-Sprecherin sagte, der Konzern werde sich um die Beseitigung des Ölteppichs kümmern. Außerdem komme der Konzern für "berechtigte Ansprüche" bei Schäden auf. Was das für das Unternehmen bedeutet, ist bisher noch unklar.

BP büßte bisher rund 26 Milliarden Dollar an Börsenwert ein. Am Donnerstag setzte der BP-Kurs seine Talfahrt der vergangenen Tage fort und verlor weitere 8,4 Prozent. Die Firma Transocean, von der BP die Bohrinsel "Deepwater Horizon" gemietet hatte, verlor seit der Explosion rund 4,27 Milliarden Dollar an Börsenwert.

Obama hatte zuvor den Druck auf den Mineralölkonzern erhöht. Er betonte, dass BP für die Bekämpfung des Ölteppichs zur Kasse gebeten werde. Außerdem wurden erste Schadensersatzklagen von Krabbenfischern eingereicht. "Wir sind wirklich angewidert", sagte der Austernzüchter Byron Marinovitch. "Wir glauben nichts mehr, was von BP gesagt wird."

Drei Lecks
Am Mittwoch wurde bekannt, dass das Öl aus dem Bohrloch aus drei verschiedenen Lecks ins Meer strömt. Pro Tag fließen rund 5.000 Barrel (795.000 Liter) ins Meer, fünf Mal so viel wie anfangs vermutet. Inzwischen wird es für möglich gehalten, dass das Ausmaß der "Exxon Valdez"-Katastrophe von 1989 übertroffen werden könnte. Damals flossen im Prinz-William-Sund in Alaska 41,64 Millionen Liter Öl ins Meer. Im Golf von Mexiko könnte diese Größenordnung in etwa drei Monaten erreicht sein - so lange dürfte es nach Schätzungen dauern, bis ein zweites Bohrloch fertiggestellt ist, um den Druck vom bisherigen Bohrloch der zerstörten Ölplattform zu nehmen.

Die "Deepwater Horizon" explodierte am 20. April rund 64 Kilometer vor der Küste. Dabei kamen elf Arbeiter ums Leben.

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