Rasenmähen als Vergewaltigungs-Strafe

Kenia

Rasenmähen als Vergewaltigungs-Strafe

Sie sollen eine Schülerin brutal vergewaltigt haben - und mussten zur Strafe den Rasen vor der Polizeiwache mähen: Aus Empörung über die "schändliche" Reaktion der Polizei auf das Verbrechen von sechs Männern haben bis zum Montag mehr als eine Millionen Kenianer eine Petition an die Justiz des Landes unterschrieben, wie die Kampagnengruppe Avaaz mitteilte.

"Vergewaltiger nach dem Rasenmähen ziehen zu lassen - das ist die schlimmste Bestrafung für Vergewaltigung, die es in der Welt gibt", sagte Nebila Abdulmelik, die die Petition ins Rollen brachte. "Das ist ein absolutes Versagen des ganzen Systems." Die Polizei hat wegen des öffentlichen Drucks zwar nach eigenen Angaben nun ermittelt. Doch die Festnahme der mutmaßlichen Täter müsste die Staatsanwaltschaft erst anordnen, erklärte ein Polizeisprecher.

Sechs Männer sollen das 16 Jahre alte Mädchen im Juni überfallen, vergewaltigt und anschließend in einen Abwassergraben geworfen haben. Wie die Zeitung "Daily Nation" berichtete, erlitt das Mädchen innere Verletzungen und eine Rückgratverletzung und sitzt deswegen im Rollstuhl. Der Zeitung zufolge erkannte sie drei ihrer Vergewaltiger. Diese wurden demnach von Dorfbewohnern zur Polizei gebracht. Sie mussten aber nur das Gras vor dem Kommissariat mähen, dann durften sie nach Hause gehen, wie verschiedene Medien berichteten. Das Opfer sagte der "Daily Nation": "Mein Wunsch ist es, das mir Gerechtigkeit widerfährt. Ich will, dass die Angreifer festgenommen und bestraft werden."

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