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Säureanschlag: Straflager für Tänzer

Elf Monate nach dem Säureanschlag auf den Ballettchef des Moskauer Bolschoi Theaters ist der Solotänzer Pawel Dmitritschenko schuldig gesprochen worden. Ein Gericht sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der 29-Jährige im Jänner zwei Bekannte zu dem Attentat auf den Ballettchef Sergej Filin angestiftet hat. Das Moskauer Gericht hat den ehemaligen Startänzer zu sechs Jahren Straflager verurteilt. Der Tänzer hatte sich am Führungsstil seines Chefs gestört.

Zehn und vier Jahre Haft für Mittäter
Der Täter, der Ballettchef Sergej Filin mit Säure die Augen verätzt hatte, muss zehn Jahre ins Straflager, wie die Agentur Rapsinews meldete. Ein Komplize wurde zu vier Jahren Lagerhaft verurteilt. Das Verbrechen hatte in der internationalen Kulturszene großes Entsetzen ausgelöst. Die Anklage hatte vergangene Woche neun Jahre Straflager für Dmitritschenko gefordert, der als Drahtzieher vor Gericht stand, aber die Tat bis zuletzt bestritt. Der Solotänzer beteuerte vor Gericht, er habe gewünscht, dass Filin verprügelt werde, den Säureangriff habe er aber nicht angeordnet. Er sei daher nur bereit, für Schläge verurteilt zu werden. Der eigentliche Täter gab an, den Säureangriff auf eigene Faust verübt zu haben.

Ballettchef nahezu erblindet
Filin war am 17. Jänner vor seinem Wohnhaus mit Säure attackiert worden und dabei nahezu erblindet. Nach mehreren Operationen in Deutschland kehrte der 43-Jährige im September nach Moskau zurück, um seine Arbeit wieder aufzunehmen. Die künstlerische Leitung des Bolschoi-Balletts hatte er übernommen, nachdem sein Vorgänger wegen eines Sex-Skandals, bei dem Pornobilder im Internet verbreitet wurden, gehen musste. Ende der 80er Jahre hatte der Tänzer selbst am Bolschoi seine Ausnahmekarriere begonnen. Seine glanzvollen Prinzenrollen in russischen Ballettklassikern wie "Dornröschen" und "Schwanensee" wurden Welterfolge. Als Chef der Truppe machte er sich auch Feinde unter den Tänzern. Vorwürfe, er besetze Rollen nach persönlichen Vorlieben oder sogar gegen Zahlung von Schmiergeldern, wies er stets zurück. Maßgeblich sei allein die künstlerische Qualifikation eines Tänzers, sagte er.
 

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