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So tickt Gaddafi und seine Familie

Libyen

So tickt Gaddafi und seine Familie

Die Unruhen im arabischen Raum und Nordafrika greifen auch auf Libyen über. Dort ist Muammar al Gaddafi seit einem Putsch 1969 an der Macht. Jetzt wackelt der Stuhl des exzentrischen Frauenliebhabers bedenklich.

Er liebt es, sich mit schönen Frauen zum Umgeben. Sogar seine Leibwache besteht ausschließlich aus von ihm selbst ausgewählten Frauen. Der Revolutionsführer steht dabei auf einen knabenhaften, jungen Typ von Frau. Aber alle sind brandgefährlich, haben Spezialausbildungen an allen möglichen Waffen und im Nahkampf.

Dass Gaddafi kein Kostverächter ist, kann man auch an seiner großen Familie erkennen. Sieben Buben und ein Mädchen brachten seine beiden Ehefrauen zur Welt.

  • Mohammad Gaddafi (40) ("Der Banker") ist der älteste Sohn des Revolutionsführers. Er kümmert sich um die Investment-Geschäfte der Familie und legt deren Geld hauptsächlich in Telekommunikation an.
  • Saif al-Islam Gaddafi (38) ("Der Diplomat") ist in Österreich nach seinem Vater am bekanntesten. Viele hoffen, dass er seinem Vater nachfolgt, gilt er doch als eher westlich und liberal. Eine Weltanschauung, die er sich unter anderem an einer Privatschule in Wien angeeignet hat. Er galt als guter Freund des verstorbenen Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider.
  • Saadi al Gaddafi (37) ("Der Sportler") spielt politisch keine Rolle. Er macht lediglich als Fußballer Schlagzeilen, der sein Geld kurzfristig in der italienischen Serie A beim AC Perugia verdiente.
  • Mutassim al Gaddafi (36) wird "der General" genannt. Er gehört zum nationalen Sicherheitsrat und ist Oberst der Armee. Viele fürchten Mutassim, der die Revolte mit Gewalt niederschlagen will.
  • Hannibal al Gaddafi (34) ("Der Verrückte") hat mit Politik nichts am Hut, löste aber dennoch einen bilateralen Konflikt mit der Schweiz aus, weil er eine Putzfrau verprügelte. Weil er deswegen verhaftet wurde, verhängte sein Vater ein Handelsembargo gegen die Schweiz.
  • Aisha al Gaddafi (33), die "Claudia Schiffer Nordafrikas", ist Anwältin. Sie verteidigte Saddam Hussein und lobte dessen Hingabe zum irakischen Volk. Aisha soll mit den drei Enkeln Gaddafis nach Dubai geflohen sein, um von dort aus Verbündete für ihren Vater zu suchen.
  • Khamis al Gaddafi (30) wird in Libyen gefürchtet, weil er der Oberkommandant der gefürchteten Spezialtruppen ist. Daher kommt auch sein Spitzname "der Polizist". Er ist ein treuer Diener seines Vaters.
  • Saif al Arab Gaddafi (29) spielt in der Familie keine große Rolle. "Das Küken" studiert in Deutschland, fiel dort aber nur wegen einiger Prügeleien und wegen seines Waffen-"Fetisch" auf.

Auf einen weiteren mächtigen Freund kann sich Gaddafi vermutlich auch weiterhin verlassen. Silvio Berlusconi behauptet von Gaddafi die "Bunga-Bunga"-Praktiken gelernt zu haben. Er wird seinem libyschen Freund wohl auch weiterhin die Stange halten.

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