So wird das Wrack der Concordia gehoben

Schiffs-Bergung

So wird das Wrack der Concordia gehoben

Die riskante Bergeaktion der Costa Concordia hat bereits begonnen: Seit Sonntag sind erste Trupps der niederländischen Spezialfirma Smit vor Ort. Smit ist die größte Schiffsbergefirma der Welt, ihr Sitz ist in Rotterdam. Die Schiffsexperten werden stets bei Großkatastrophen gerufen. Derzeit versuchen Taucher als ersten Schritt 2.400 Tonnen Diesel aus dem Rumpf abzupumpen. Das wird etwa zwei Wochen dauern.

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Gigantische Luftkissen und ein Mega-Schiffskran
Ab Anfang Februar sollen auf jener Seite des 293 Meter langen und 38 Meter breiten Schiffes, die nicht im Wasser liegt, riesige Holz- und Stahlpiloten in den Meeresgrund gerammt werden. Einerseits soll damit ein Abrutschen des Kreuzfahrtsschiffs verhindert werden. Anderseits wird dadurch der 114.500-Tonnen-Koloss stabilisiert.

Diashow Rettungsaktion auf vollen Touren

Rettungsaktion auf vollen Touren

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Ist diese Arbeit abgeschlossen, sollen Taucher entlang der gesamten, im Wasser liegenden Schiffseite gigantische Luftkissen anbringen. Diese werden schließlich Stück für Stück aufgepumpt. Dadurch soll die Costa Concordia wieder aufgestellt werden, eine hoch komplizierte Arbeit. Die Piloten sollen ein Kippen des 17 Stockwerke hohen Schiffs auf die andere Seite verhindern.

Diashow Concordia: Unterwasser-Fotos des Wracks

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Schweres menschliches Versagen seitens des Kapitäns könnte nach Angaben des Eigners der "Costa Concordia" zur Havarie des Kreuzfahrtschiffes geführt haben.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

"Es scheint, dass der Kommandant Beurteilungsfehler gemacht hat, die schwerste Folgen gehabt haben", teilte die in Genua ansässige Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere mit.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Sie ging damit auf Distanz zu Kapitän Francesco Schettino, der das Schiff mit mehr als 4.200 Menschen an Bord am Freitagabend zu dicht an die Insel Giglio vor der toskanischen Küste gesteuert haben soll, wo es auf einen Felsen lief und leckschlug.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Bergungsmannschaften setzten unterdessen am Montag in der Früh die Suche nach den noch vermissten Passagieren und Besatzungsmitgliedern fort.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Mehr als zwei Tage nach dem Kentern des Schiffes wurden immer noch 15 Menschen vermisst.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Unterdessen wurde auch mit den Vorbereitungen für ein Leerpumpen der Öltanks der "Costa Concordia" begonnen.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Die niederländische Bergungsfirma Smit sei vom Eigner und dem Versicherer des Kreuzfahrtschiffs mit den Pumparbeiten beauftragt worden.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Der Kapitän sitzt seit Samstag in Untersuchungshaft.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Es sehe so aus, als seien die Entscheidungen des Kapitäns in der Notsituation nicht den üblichen Regeln von Costa Crociere gefolgt, erklärte die Reederei.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Zugleich wurde der Vorwurf einiger Passagiere zurückgewiesen, dass bei der Evakuierung in der Nacht auf Samstag nicht genügend Schwimmwesten zur Verfügung gestanden hätten. An Bord hatten sich auch 77 Österreicher befunden, die alle unverletzt davonkamen.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Dem Kapitän droht unter anderem ein Verfahren wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Berichten zufolge soll er das Schiff so dicht an die Insel herangesteuert haben, um Touristen im Hafen mit dem Signalhorn grüßen zu können.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Die Kreuzfahrtgesellschaft ging in ihrer Erklärung nicht weiter auf die Vorwürfe ein.

Taucher suchen im Wrack nach Vermissten

Einzelheiten zum Hergang des Unglücks erhofft man sich von der Auswertung der Blackbox des Schiffes, die ähnlich wie in Flugzeugen Kommunikation auf der Brücke und Steuerbefehle aufzeichnet.

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Sollte diese Übung gelingen, wird noch vor Ort das Leck geflickt und das Wrack leergepumpt werden. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, kann die Costa Concordia in die Werft nach Genua geschleppt und repariert werden. Schlagen diese Maßnahmen fehl, wird der Koloss in seine Einzelteile zerschnitten und der Stahl als Schrott verkauft.

Amateurvideo der Rettungsaktion:

Autor: (wek)
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