Todes-Flug MH370: CIA spricht von Bekennerhinweisen

Verschollener Jet

Todes-Flug MH370: CIA spricht von Bekennerhinweisen

Das Verschwinden der Malaysia-Airlines-Maschine in Südostasien mit 239 Menschen an Bord wird immer mysteriöser.

Rettungskräfte weiteten ihre Suche nach der Boeing am Dienstag auch auf die Straße von Malakka zwischen Sumatra und der malaysischen Halbinsel auf, wie die malaysische Zeitung "Berita Harian" berichtete. Die Gegend liegt fernab der eigentlichen Route nach Peking.

Der US-Geheimdienst CIA schloss einen Terroranschlag als Ursache des mysteriösen Verschwindens des malaysischen Passagierflugzeugs weiter nicht aus. Es gebe "mehrere mögliche Bekennerhinweise", die bisher jedoch nicht untermauert oder bestätigt worden seien, sagte CIA-Chef John Brennan am Dienstag.

Es war das erste Mal, dass ein US-Beamter über mögliche Bekennerhinweise zu dem verschollenen Flugzeug sprach. Es gebe weiterhin viele offene Fragen zum Verschwinden von Flug MH370, sagte Brennan. "Wir beobachten das sehr genau. Es ist ganz klar ein Rätsel."

Maschine abseits der Route geortet
Das Signal der Maschine seit zuletzt nahe der Perak-Insel empfangen worden, die in der Meeresenge von Malakka liegt - dann sei es verloren gegangen, berichtete "Berita Harian" und berief sich auf den Obersten General Tan Sri Rodzali Daud.

Ob die Maschine tatsächlich in dieser Gegend abgestürzt ist, war am Dienstag völlig offen: Bis zur Straße von Malakka hätte die Maschine von ihrer eigentlichen Flugroute aus hunderte Kilometer unentdeckt durch einen Luftraum mit hohem Verkehrsaufkommen fliegen müssen. Die Piloten hatten weder einen Notruf abgesetzt, noch hatten die Bordcomputer der Bodenkontrolle technische Probleme signalisiert.

Passagiere mit falschen Pässen "wahrscheinlich" Asylwerber
Klar schien, dass die beiden Passagiere mit gestohlenen Pässen an Bord des Flugzeugs keine Terroristen waren. Interpol erklärte, die beiden Passagiere mit gestohlenen Pässen an Bord seien "wahrscheinlich" Asylwerber gewesen.

Ermittler identifizierten die beiden Fluggäste mit falschen Pässen am Dienstag als Iraner - 19 und 29 Jahre alt - die wohl einfach nur nach Europa gelangen wollten. Der Jüngere wollte demnach zu seiner Mutter nach Frankfurt am Main, wie der malaysische Polizeichef Khalid Abu Bakar sagte. Der Zweite wollte nach Angaben von Interpol über Kopenhagen nach Schweden.

Die beiden seien wohl keine Terroristen, sagte Ronald Noble, Generalsekretär der Polizeiorganisation Interpol, in Lyon: "Je mehr Informationen wir bekommen, desto mehr sind wir geneigt, daraus zu schließen, dass es sich um kein Attentat handelt."

Die Boeing 777-200 war seit Abbruch des Funkkontakts Samstag früh spurlos verschwunden. Das Flugzeug der Malaysia Airlines war in Kuala Lumpur gestartet und sollte nach Peking fliegen.

Das Suchgebiet wurde am Dienstag vergrößert, weil in vier Tagen intensiver Suche mit Dutzenden Flugzeugen und Schiffen keine Spur des Flugzeugs gefunden wurde. Das Meer zwischen Malaysia und Vietnam ist nach Angaben von Meereswissenschaftlern nur rund 60 Meter tief - das ist weniger als die Spannweite der Boeing. Auch über Land in Nordmalaysia und Südvietnam wurde gesucht. "Wir können nichts vermelden", sagte einer der Ermittler. Im vietnamesischen Hoheitsgebiet wurden am Dienstag viele weitere tausend Quadratkilometer kontrolliert.

Warum verschwand die Maschine?
Nach Angaben von Polizeichef Khalid verfolgen die Ermittler vier mögliche Erklärungsstränge: 1. eine Entführung, 2. Sabotage, 3. psychologische Probleme bei Passagieren oder der Besatzung als Grundlage einer Selbstmordaktion oder aber 4. persönliche Probleme. In diesem Zusammenhang werde untersucht, ob jemand eine hohe Versicherungspolizze abschloss oder hohe Schulden hatte.

Die Boeing 777-200 war nach Angaben von Malaysia Airlines im Hangar in Kuala Lumpur am 23. Februar zuletzt gewartet worden. Mechaniker hätten keinerlei Probleme an der Maschine entdeckt. Der nächste Check sei erst am 19. Juni fällig gewesen. Die Maschine war 2002 ausgeliefert worden und hatte gut 53.000 Flugstunden hinter sich.
 

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