"Urbi et Orbi": Papst ruft zu Frieden in der Welt auf

Segen am Petersplatz

"Urbi et Orbi": Papst ruft zu Frieden in der Welt auf

Franziskus plädierte für humanitäre Hilfe in Aleppo und betet für Terroropfer.

Der Papst hat am Christtag in seiner Botschaft zum Segen Urbi et Orbi zu Frieden in Syrien, im Nahen Osten, im Irak, in der Ukraine sowie in Zentralafrika und im Südsudan aufgerufen. Vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz wünschte der Papst allen Menschen, dass sie Gottes Nähe spüren.

In seiner Weihnachtsbotschaft gedachte der Papst aller leidenden, verfolgten und bedürftigen Menschen in Konflikt- und Notstandsgebieten auf dem gesamten Globus. Er plädierte insbesondere für Frieden in Aleppo, damit es zu einem Ende der Gewalt komme und der erschöpften Zivilbevölkerung in ihrer verzweifelten Situation Hilfe geleistet werden könne.

"Es ist Zeit, dass die Waffen schweigen und dass es zu einer diplomatischen Lösung in Syrien kommt", so Franziskus. Der Papst drängte auch auf Frieden im Heiligen Land. "Israelis und Palästinenser sollen endlich den Mut und die Entschlossenheit finden, um eine neue Seite der Geschichte zu schreiben, und den Willen haben, eine Zukunft in Harmonie aufzubauen", sagte Franziskus.

Der Papst erinnerte auch an die Opfer der Terroranschläge und an die Obdachlosen im Erdbebengebiet in Mittelitalien. Für die aktuellen Krisengebiete des afrikanischen Kontinents forderte der Papst Dialog und ein Ende des Blutvergießens. Mit Blick auf die Ukraine bat der Papst um Versöhnung und Brüderlichkeit für das bürgerkriegsgebeutelte Land. Frieden wünschte der Heilige Vater auch der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan, Kongo und Libyen. Der Papst appellierte mit bewegenden Worten auch zum Einsatz für Kinder, die Opfer von Ausbeutung, Hass und Gewalt seien.

Die Botschaft von der Loggia des Petersdoms und der Segen "Urbi et Orbi" sind ein Höhepunkt der christlichen Weihnachtsfeiern. Zehntausende Menschen verfolgten die Worte auf dem wegen Terrorgefahr in diesem Jahr besonders gesicherten Petersplatz. Millionen sahen im Fernsehen oder im Internet zu.

Papst Franziskus hatte am Heiligen Abend in seiner Weihnachtspredigt an das Leid vieler Flüchtlingskinder erinnert und die 1,2 Milliarden Katholiken weltweit zu mehr Mitgefühl mit allen Kindern aufgerufen, die Opfer von Krieg, Flucht und Obdachlosigkeit sind. Jeder sollte sich nicht nur vom "Kind in der Krippe" rühren lassen, sondern sich auch der Kinder annehmen, die nicht von der Liebe einer Mutter oder eines Vaters umgeben seien, sagte das 80-jährige Oberhaupt der katholischen Kirche während der Christmette im Petersdom.

Stattdessen erinnerte er an Kinder, die im Krieg oder auf der Flucht aufwachsen. An diejenigen "im unterirdischen Bunker, um den Bombardierungen zu entkommen; auf dem Gehsteig einer großen Stadt, auf dem Boden eines mit Migranten überladenen Schleppkahns". Zugleich gäbe es Kinder, die hungern, oder solche, die nicht Spielzeug, sondern Waffen in den Händen hielten.

In Rom wurden die Sicherheitsvorkehrungen an den Weihnachtsfeiertagen erheblich verschärft. Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum, die größten Basiliken der Ewigen Stadt, die U-Bahn-Zugänge und die Gebäude wichtiger Institutionen sollen an allen Feiertagen strengstens kontrolliert werden, teilte das Innenministerium mit. Besonderes Augenmerk gelte auch besucherstarken Veranstaltungen und Gottesdiensten zu Weihnachten, aber auch touristischen Sehenswürdigkeiten und Einkaufszentren, hieß es. Rund um den Vatikan blieben jene Maßnahmen in Kraft, die seit Beginn des Heiligen Jahrs im Dezember 2015 gelten. Dazu zählen bewegliche Absperrgitter an den Zufahrtsstraßen zum Petersplatz sowie Polizei- und Militärposten.



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