Verwirrung um Iran-Raketentests

Atomgespräche

Verwirrung um Iran-Raketentests

Die angeblich bereits absolvierten  Raketentests des Iran im Persischen Golf haben am Samstag für Verwirrung gesorgt. Erste Agenturmeldungen über den probeweisen Abschuss von Langstreckenraketen wurden später im iranischen Fernsehen dementiert. Der stellvertretende Marine-Befehlshaber Admiral Mahmoud Moussavi sagte im iranischen Staatsfernsehen: "Der Test von Raketen wird in den nächsten Tagen erfolgen." Mittlerweile erklärte sich Teheran offenbar zur Wiederaufnahme der Atomgespräche bereit.

Damit widersprach er Meldungen der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars, die zuvor berichtet hatte, dass der Iran im Rahmen eines zehntägigen Seemanövers am Samstag Langstreckenraketen getestet habe. Dem englischsprachigen Sender "Press TV" sagte Moussavi zudem, noch am Samstag sollten Zielattrappen im Meer postiert werden, um die jeweiligen Tests vorzubereiten. Die iranische Marine hatte am 24. Dezember ein Manöver im Gebiet um die Meerenge von Hormus begonnen, das bis Montag andauern soll. In diesem Rahmen würden die Tests stattfinden, sagte der Sprecher des Manövers demnach.

In den vergangenen Tagen hatte es einen scharfen verbalen Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran gegeben. Ausgelöst wurde er von Äußerungen des iranischen Vizepräsidenten Mohammed Reza Rahimi, der am Dienstag gesagt hatte, im Falle der Verhängung weiterer Sanktionen gegen den Iran im Zusammenhang mit seinem Atomprogramm werde die für Öltransporte wichtige Meerenge blockiert. Durch die Verbindung zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer werden bis zu 40 Prozent der weltweit verschifften Öllieferungen transportiert.

Unterdessen hat sich der Iran laut Medienberichten offenbar zur Wiederaufnahme der Gespräche über sein Atomprogramm bereiterklärt. Die Atomgespräche mit den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat sowie Deutschland liegen seit fast einem Jahr auf Eis. Sein Land sei gewillt, die Verhandlungen fortzusetzen, sagte Außenminister Ali-Akbar Salehi während des Besuches eines chinesischen Regierungsbeamten am Samstag in Teheran.

Der iranische Chefunterhändler Said Jalili werde die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in Kürze über die Bereitschaft seines Landes zur Wiederaufnahme der Verhandlungen informieren, meldeten Staatsmedien.

Die Atomgespräche des Irans mit der 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien sowie Deutschland) waren zuletzt im Jänner in Istanbul wegen fehlender Fortschritte auf unbestimmt Zeit vertagt worden. Hauptziel der fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands ist es, den Iran von einer weiteren Anreicherung von Uran abzubringen. Hoch angereichertes Uran kann für den Bau einer Atombombe verwendet werden.

Der Westen verdächtigt die iranische Regierung, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms heimlich am Bau solcher Atomwaffen zu arbeiten. Israel und die USA haben deshalb auch Militärschläge gegen iranische Atomanlagen nicht ausgeschlossen.

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA (IAEO) hatte in ihrem jüngsten Bericht Hinweise auf ein solches militärisches Atomprogramm dokumentiert. Daraufhin hatten die USA und die Europäische Union ihre Sanktionen gegen den Iran bereits verschärft. Die EU plant darüber hinaus weitere Strafmaßnahmen. Seit längerem ist auch ein Öleinfuhrverbot im Gespräch.
 

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