Airbus hatte falsche Geschwindigkeit

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Airbus hatte falsche Geschwindigkeit

Die von dem abgestürzten Air-France-Flugzeug zuletzt abgesetzten Meldungen deuten der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde zufolge darauf hin, dass die Maschine tatsächlich ein Geschwindigkeitsproblem hatte. Die Geschwindigkeit in einem Flugzeug werde mehrfach gemessen, und bei dem abgestürzten Airbus A330 hätten die automatisch übertragenen Messdaten nicht zusammengepasst, erklärte die Behörde BEA am Freitag in Paris. Die BEA sprach von einer "Inkohärenz". Trotzdem sei es nicht angebracht, voreilige Schlüsse zu ziehen oder über die Ursache der Katastrophe zu spekulieren.

Unterdessen kündigte die Air France eine Umbenennung des Unglücksflugs AF 447 an. Ab Sonntag soll die Verbindung von Rio de Janeiro nach Paris künftig AF 445 heißen.

Empfehlung von Airbus
Der europäische Flugzeugbauer Airbus verschickte eine Empfehlung an alle Luftfahrtgesellschaften, die Maschinen vom Typ A330 in ihrer Flotte haben, wie ein Unternehmenssprecher am Freitag sagte. Airbus habe die Besatzungen daran erinnert, was sie bei Unstimmigkeiten in der Geschwindigkeitsmessung zu tun hätten.

Wrackteile nicht vom abgestürzten Flugzeug
Einen Rückschlag mussten die Ermittler im Bezug auf die gefundenen Wrackteile hinnehmen. Es handelt sich bei den Teilen definitiv nicht um Teile des abgestürzten Airbus. Frankreich hat Brasilien die voreilige Ankündigung vorgehalten. "Die französische Regierung sagt seit Tagen, dass man extrem vorsichtig sein muss", sagte der Staatssekretär Dominique Bussereau dem Sender RTL am Freitag. "Unsere Flugzeuge und Schiffe haben bisher gar nichts entdeckt, es waren unsere brasilianischen Freunde, die Dinge gesehen haben, von denen sie glaubten und behaupteten, dass sie zu dem (Air-France-)Flugzeug gehörten", fügte er hinzu. An diesem Freitag ist in Rio ein katholischer Trauergottesdienst geplant, an dem auch Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva teilnimmt.

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(c) EPA

Meeres-Müll und Öl eines Schiffs
Die brasilianische Armee hatte am Vortag eingeräumt, dass die bislang aus dem Meer gefischten Teile nicht wie zunächst angekündigt von der abgestürzten Maschine stammten. Es handelte sich unter anderem um eine Holzpalette. Zudem habe sich herausgestellt, dass es sich beim dem angeblichen Kerosinfilm auf dem Wasser um Öl handle, das von einem Schiff stamme. Die brasilianische Luftwaffe hatte anfangs auch einen im Wasser treibenden Flugzeugsitz sowie ein sieben Meter langes Wrackteil ausgemacht, die aber noch nicht geborgen wurden.

Keine Spur von den Opfern
Von den 228 Opfern, unter ihnen eine 27-jährige Tirolerin, fehlt weiterhin jede Spur. Falls das Flugzeug explodiert sei, sei es sehr schwierig, Leichenteile im Wasser zu finden, sagte der Leiter der Rechtsmedizin der Berliner Charité, Michael Tsokos. "Normalerweise können Leichen im Wasser gut geborgen und identifiziert werden", sagte er am Freitag weiter. Dafür sei allerdings wichtig, dass sich die Leichen in einem Gebiet befinden, das für Rettungskräfte erreichbar ist.

Der französische Außenminister Bernard Kouchner bekräftigte, dass der Generalstaatsanwalt die Vermissten noch nicht offiziell für tot erklärt habe. Das sei je nach Umständen erst nach drei Wochen oder drei Monaten möglich. Kouchner, der am Donnerstag in Rio an einer Trauerfeier teilgenommen hatte, versprach Transparenz bei den Untersuchungen. "Wir verbergen nichts, und wir hätten auch keinerlei Grund, etwas zu verheimlichen", sagte er.

Suche geht weiter
"Die Suche geht weiter", betonte der Sprecher der Luftwaffe, Ramon Cardoso. Derzeit sind elf brasilianische und fünf französische Maschinen im Einsatz. Die USA entsandte ebenfalls ein Suchflugzeug. Zudem befinden sich mehrere Schiffe in dem mutmaßlichen Absturzgebiet. Die Suche konzentriert sich auf eine Fläche von etwa 6.000 Quadratkilometern, das entspricht etwa der zweieinhalbfachen Fläche des Saarlandes. Für Freitag haben die Meteorologen schlechtes Wetter vorausgesagt, was die Suche erschweren würde.

Der Flugschreiber, der 30 Tage lang Signale aussendet, wurde bislang noch nicht geortet. Seine Bergung könnte extrem schwierig werden, da der Atlantik in dem Gebiet zwischen 2.000 und 3.000 Meter tief und von Meeresgebirgen durchzogen ist.

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