Bergabbruch in Südtirol verursachte Großeinsatz

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Bergabbruch in Südtirol verursachte Großeinsatz

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Unklar war vorerst, ob Wanderer Opfer des Naturereignisses wurden. Bis zu Mittag konnten etwa 30 Personen das Gebiet unverletzt verlassen, berichteten Bergretter. Etwa 60.000 Kubikmeter Felsen und Geröll dürften abgegangen sein. Mittlerweile berichten italienische Medien, dass es bei dem Felssturz weder verletzte noch vermisste Personen gibt.

Riesige Staubwolken
Laut Einsatzleiter Christoph Pfeifhofer hätten die Wanderer selbst Sexten erreicht. Verletzte gebe es vorerst nicht. Es sei aber unklar, wie viele Personen insgesamt in dem Gebiet unterwegs waren. Erst nach dem Legen des Staubes könne mit dem Absuchen der Wege begonnen werden.

Über dem Ortsteil Moos bei Sexten war in den Mittagsstunden immer noch eine riesige Staublawine zu beobachten. Die Sicht in dem betroffenen Gebiet sei "gleich Null", berichtete ein Feuerwehrmann.

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Betroffen war der Gipfel des 2.698 Meter hohen Einserkofels, von dem in den vergangenen Monaten immer wieder Geröll abgegangen sei. Die Schutzhütte am Talschluss sei derzeit nicht bewohnt, berichteten Helfer.

Gegen Mittag wurden die Feuerwehrleute im Ortsteil Moos von der Einsatzleitung zurückgezogen. Grund sei die nach wie vor akute Staubentwicklung, durch die die Gesundheit der Männer in Gefahr gewesen sei. Im Bereich des Fischleinbodens sei die Staubschicht etwa zehn Zentimeter hoch, in Sexten betrage sie immer noch einen Zentimeter. Moos ist etwa fünf Kilometer vom Gipfel des Einserkofels entfernt.

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Ein vom Staub bedecktes Auto/ (c) APA

Hüttenwirt rettet Wanderer
Einige der Wanderer dürften ihr Leben einem Hüttenwirt verdanken. Franz Tschurtschenthaler von der Fischleinbodenhütte war Augen- und Ohrenzeuge des Ereignisses. Die Hütte Tschurtschenthalers befindet sich etwa zwei Kilometer Luftlinie vom Berggipfel entfernt. Gegen 09.00 Uhr habe er "Nebel" beobachtet und sich darüber gewundert, "bei einem so schönen Tag und strahlend blauem Himmel". Mit dem Fernglas habe er dann immer wieder kleinere Steinabbrüche beobachtet. "Gegen 10.00 Uhr hat es dann einen großen Tuscher gemacht", sagte der Hüttenwirt.

Seinen Gästen, die in den Vormittagsstunden zu ihren Bergzielen aufgebrochen seien, habe er geraten, nicht weiter als bis zum Talschluss zu gehen. Auch die Bergrettung habe er informiert, die die Wanderer dann später zurückgeschickt habe.

"Alles ist bei uns in Staub gehüllt", erzählte Tschurtschenthaler. Zunächst sei die Abbruchstelle am Einserkofel noch mit dem Fernglas auszumachen gewesen: "dann kam der 'Nebel'".

Felsen von Eis "gesprengt"
Der Abbruch eines Teiles eines Berggipfels in den Sextener Dolomiten in Südtirol am Freitag könnte auf die extremen Temperaturschwankungen zurückzuführen. Auch im Juli 2004 waren von einer Wand des 2.600 Meter hohen Cansless rund 1.000 Kubikmeter Geröll ins Tal gestürzt. Auslöser dafür sei Regenwasser: Sobald dieses in das sehr poröse Gestein eingedrungen ist und gefriert, wirkt es im Fels fast wie Sprengstoff.

Die "Dolomiten" sind eine Gruppe der südlichen Kalkalpen, die durch die bizarren Türme und Zinnen sowie hohe Kalk- und Dolomitstöcke gekennzeichnet sind. Das Mineral "Dolomit" entstand durch Ablagerungen am Meeresboden. Vor Jahrmillionen schoben sich die "Dolomiten" beim Aufeinanderprallen zweier Erdplatten in die Höhe.

Erst vor etwas mehr als 200 Jahren erhielten die "Dolomiten" ihren Namen, als der französische Forscher Gratet de Dolomieu über den Brenner in Richtung Süden reiste und vom hellen Kalkgestein fasziniert wurde. Das Gestein begeisterte Dolomieu so, dass er Proben in Genf analysieren ließ. Zu Ehren des Entdeckers erhielt dieses Gestein den Namen "Dolomit".

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