Bestechungs-Skandal im Hause Windsor

Chauffeur nahm Geld

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Bestechungs-Skandal im Hause Windsor

Sie gaben sich als reiche Geschäftsmänner aus, zahlten einem Palast-Chauffeur Schmiergeld und setzten sich sogar in die Limousine der Queen: Britische Reporter haben erneut eine grobe Sicherheitslücke im Buckingham Palast aufgedeckt. Dabei gaben die Journalisten der Zeitung "News of the World" einem Fahrer des Palastes 1.000 Pfund (1.100 Euro), damit er sie durch den Amtssitz von Königin Elizabeth II. führte. Durch Sicherheitsschleusen seien sie einfach durchgewinkt worden, ohne durchsucht zu werden, berichtete die Zeitung am Sonntag.

Garage inspiziert
Auf einem Video ist zu sehen, wie der Fahrer die Männer durch die Garage mit den Fahrzeugen der Königsfamilie führt. Einer der Reporter macht es sich dabei sogar in dem Bentley bequem, in dem die Queen (83) bei Staatsakten gefahren wird. "Sie hätten leicht Terroristen sein können, die in den Palast marschierten, um eine Autobombe zu installieren", sagte Robert Jobson, der Königshaus-Reporter der Zeitung.

Der Fahrer war nach Angaben des Sender BBC im Einsatz, wenn die festen Chauffeure nicht konnten. Der Mann wurde am Sonntag vom Dienst suspendiert. Eine Sprecherin der Palastes sagte, die Anschuldigungen würden sehr ernst genommen. Ermittlungen wurden eingeleitet.

Der Buckingham Palast ist die Residenz und der Amtssitz der Monarchin und eines der bekanntesten Gebäude des Königreichs. Eigentlich gelten hier strengste Sicherheitsvorkehrungen. Selbst die Königsfamilie, darunter auch Prinz Charles und der Gatte der Queen, Prinz Philip, müssen sich beim Betreten mit Foto ausweisen. Ein Sprecher der Polizei gab an, wegen des Vorfalls mit dem Palast in Verbindung zu stehen.

Zahlreiche Pannen
Im Palast kam es immer wieder zu Sicherheitspannen. 1982 drang ein Mann sogar in das Schlafzimmer der Königin ein. Diese wachte damals auf, als er an ihrem Bett saß. 1994 landete ein nackter Paraglider auf dem Dach des Buckingham Palastes und 2004 posierte ein als Batman verkleideter Protestant auf dem Balkon des Gebäudes. Auch Journalisten hatten sich bereits eingeschmuggelt: So arbeitete 2003 ein Undercover-Reporter schon einmal zwei Monate als Diener im Palast.

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