Geschlechterwechsel

Geschlechterwechsel

Einmal Geschlechtsoperation zur Frau und zurück

Michael Berke kam als Mann auf die Welt. Allerdings fühlte er sich nie als einer von ihnen. Männer, fand er, waren im zu aggressiv, zu gefühlskalt, zu machohaft. Das machte ihm zu Schaffen, er begann zu trinken und nahm Drogen. Im Jahr 2003 ließ sich der 39-Jährige umoperieren, aus Michael wurde Michelle.

Allerdings war dies keine vollständige Operation. Er ließ sich die Nase korrigieren, Fett-Injektionen in die Wange einfügen und nahm Hormone. Nach einem Jahr ließ er sich Brustimplantate einsetzen. Seinen Penis behielt er allerdigns. Trotz allem fühlte er sich immer noch zu stark als Heterosexueller. Michelle hatte weiterhin Beziehungen zu Frauen. Auch war ihm der Eingriff zu teuer: bisher hatte er fast 50.000 Euro für die Untersuchugnen und die Operationen ausgegeben. Von der seltsamen Odyssey eines Gestrandeten berichtete die Schweizer "Blick"-Zeitung.

Immer noch selbstmordgefährdet
Michelle genoss zunächst ihr neues Leben. Sie lernte schnell neue Leute kennen und tanzte gern. Der Kontakt zur Familie wurde wieder besser. Doch das Glück war von kurzer Dauer. Michael war depressiv und selbstmordgefährdet gewesen, Michelle war es auch. "Ich war eben immer noch die gleiche Person in mir drin", erzählt der Transsexuelle gegenüber "Foxnews.com". Und auch Michelle begann wieder, Alkohol und Drogen zu nehmen.

Wieder zurück zur Männlichkeit
Michelle suchte Hilfe. Sie trat einer evangelischen Kirche bei, die offen mit Homo- und Transsexuellen umgeht. Dort zeigte man ihr ein Video eines Schwulen, der eine Frau geworden war, sich dann wieder zum Mann umwandeln liess und eine Frau heiratete. Das wollte Michelle auch. Und mit finanzieller Unterstützung der Kirche wurde aus Michelle bald wieder Michael. Die Brüste kamen weg, erneut gabs Hormone.

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Aus Michael wurde Michelle und danach wieder Michael (Foto: AP Photo)

Doch lieber Michelle
Doch das Glück kehrte nicht zurück, das Bedauern über die erneute Umwandlung jedoch bald. Michael machte der Kirche Vorwürfe, ihn erneut zum Mann gemacht zu haben. Sein grösster Wunsch: wieder Michelle zu werden. "Der ganze weibliche Lebensstil ist einfach viel sozialer, liebevoller und verständnisvoller", sagt Michael. "Ich bewundere es, wie Frauen sich umarmen, drücken oder an den Händen halten können – und es ist nichts Abnormales dabei."

Doch Michael weiß, dass er realistisch gesehen nicht erneut zur Frau werden kann. Schon jetzt denke doch jedermann, dass er total labil sei. Seine Familie jedenfalls würde seit seiner erneuten Geschlechtsumwandlung nicht mehr mit ihm reden.

Gestrandet?
Der heute 43-Jährige arbeitet nicht mehr, überlegt sich, Psychologie zu studieren. Doch: Er ist noch immer depressiv. "Vielleicht muss ich einfach die richtige Frau kennenlernen und eine Beziehung haben." Denn so sehe er im Moment keinen Weg mehr in seinem Leben.

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