Sonderthema:
Erdogan macht Ludwigshafen zur Chefsache

Drama in Deutschland

© Reuters

Erdogan macht Ludwigshafen zur Chefsache

Nach der Brandkatastrophe in Ludwigshafen ist der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstagnachmittag am Unglücksort eingetroffen. Erdogan wollte an dem weitgehend zerstörten Wohnhaus einen Kranz niederlegen. Er wurde vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Kurt Beck begleitet. Gemeinsam mit dem SPD-Vorsitzenden nahm er die Ruine in Augenschein. Vor dem Brandort hatten sich weit mehr als 1000 Menschen versammelt, die meisten von ihnen Türken.

Neun Tote
Bei dem Brand in dem von türkischen Familien bewohnten Haus waren am Sonntag neun Menschen ums Leben gekommen, 60 wurden verletzt. Ob das Feuer auf Brandstiftung oder einen technischen Defekt zurückgeht, ist noch nicht geklärt. Angesichts der Spekulationen über einen ausländerfeindlichen Hintergrund riefen Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und andere führende deutsche Politiker zur Besonnenheit auf.

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(c) AFP

Opfer des Brandes waren Aleviten
Die türkische Religionsgemeinschaft der Aleviten steht der Regierung in der Türkei traditionell distanziert und misstrauisch gegenüber. Das wurde jetzt auch nach dem Hausbrand in Ludwigshafen deutlich. Die neun Todesopfer der bislang nicht aufgeklärten Katastrophe sind nach alevitischen Angaben alle Aleviten. Für türkische Politiker sind die Toten schlicht muslimische Türken. Seit Jahrhunderten wehrt sich die religiöse Minderheit der Aleviten aber dagegen, sich von der herrschenden Politik und dem sunnitischen Islam der Mehrheit vereinnahmen zu lassen.

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