25. November 2008 07:27
Die Zahl der Unwettertoten im Süden Brasiliens wächst unaufhörlich: Bis
Donnerstag waren nach einer vorläufigen Bilanz 97 Leichen geborgen worden.
Im betroffenen Bundesstaat Santa Catarina seien außerdem seit dem Wochenende
knapp 80.000 Menschen obdachlos geworden. Mindestens 19 Menschen würden
vermisst.
Für Donnerstag und die nächsten Tage wurden neue Unwetter vorausgesagt.
Hilfsfonds eingerichtet
Die Zentralregierung in Brasilia gab
unterdessen die Einrichtung eines Hilfsfonds in Höhe von 1,6 Milliarden Real
(532 Mio. Euro) bekannt. Diese Mittel sollen aber auch Überschwemmungsopfern
in anderen Bundesstaaten zu Gute kommen.
100.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten
Im gesamten
Bundesland Santa Catarina waren am Mittwoch noch acht Gemeinden mit
insgesamt 100.000 Einwohnern völlig von der Außenwelt abgeschnitten.
Unzählige Straßen und Brücken wurden von den Wassermassen und Erdrutschen
völlig zerstört.
Die Armee verteilte nach eigenen Angaben tonnenweise Nahrung, Medikamente
und Trinkwasser und brachte 500 Menschen in Sicherheit. Das
Landesministerium für Infrastruktur teilte mit, man werde für den
Wiederaufbau mindestens knapp 100 Millionen Euro benötigen. Vom Unwetter
wurden den Behörden zufolge 1,5 Millionen Menschen in Mitleidenschaft
gezogen.
Angst vor Epidemien
Bei Bürgern und Behörden wächst unterdessen
die Angst vor Epidemien und Plünderern. Die Polizei muss sogar die
Hilfslieferungen von Lebensmitteln und Medikamenten begleiten, um
Plünderungen zu vermeiden.
Erdrutsch in Kolumbien
Im Südwesten Kolumbiens kamen unterdessen
bei einem Erdrutsch nach starken Regenfällen mindestens zehn Menschen ums
Leben. Dort stieg die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Regenzeit Mitte
September auf mindestens 44.
Foto: (c) EPA