Lehrerin bei Brandanschlag auf Waisenhaus getötet

Indien

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Lehrerin bei Brandanschlag auf Waisenhaus getötet

Mutmaßliche Hindu-Extremisten haben in Ostindien am Montag ein christliches Waisenhaus in Brand gesetzt und dabei eine Nonne getötet. Ein Priester wurde schwer verletzt. Eine Gruppe Hindus versammelte sich demnach vor dem Gebäude der Einrichtung in Khuntapali im östlichen Unionsstaat Orissa und forderte die Bewohner auf, das Haus zu räumen, bevor sie es in Brand setzte. Die Lehrerin und der Priester waren im Waisenhaus eingeschlossen.

Ein Hindu-Verband hatte am Montag wegen der Ermordung eines ranghohen Geistlichen und vier weiterer Menschen durch mutmaßliche kommunistische Rebellen am Samstag zu einem Streik aufgerufen. Am Rande der Veranstaltung kam es offenbar zu dem Überfall auf das Waisenhaus, das rund 400 Kilometer von Orissas Hauptstadt Bhubaneshwar entfernt liegt. In der Region kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen Hindus und christlichen Missionaren. 84 Prozent der 1,1 Milliarden Inder sind Hindus, nur rund 2,4 Prozent sind Christen.

Hindus machen Christen für Anschlag verantwortlich
Im Zuge der Angriffe der Hindu-Extremisten wurden im ostindischen Bundesstaat Orissa am Montag im abgelegenen Bezirk Kandhamal vier christliche Kirchen sowie acht Wohnhäuser in Brand gesteckt. Hierbei sei niemand verletzt worden.

Die Hindus machen Christen für den Anschlag auf einen ihrer Anführer verantwortlich, bei dem in Kandhamal in der vergangenen Woche insgesamt fünf Menschen getötet wurden. Die Polizei vermutet jedoch maoistische Rebellen hinter der Tat.

Die ostindische Region ist in Indien eine Brutstätte religiöser Gewalt. Radikale Hindus werfen christlichen Missionaren seit langem vor, arme Mitglieder niedriger Kasten gezielt abzuwerben und finanziell für den Religionswechsel zu belohnen. Zu Weihnachten wurde bei Kämpfen ein Mensch getötet, mehrere Gotteshäuser und Tempel wurden beschädigt. 1999 tötete ein hinduistischer Mob in Orissa einen australischen Missionar und seine beiden Kinder. Sie verbrannten in ihrem Auto, das von der Menge angezündet worden war.

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