Polizeieinsatz nach Abtreibung in Italien

Illegal abgetrieben

© REUTERS/Francois Lenoir

Polizeieinsatz nach Abtreibung in Italien

In Italien hat ein Polizeieinsatz wegen eines Schwangerschaftsabbruchs am Mittwoch für Aufregung gesorgt. Nach einem anonymen Hinweis überprüften Polizeibeamte eine 39-Jährige in Neapel. Noch im Krankenhaus konfrontierten sie die Frau mit den Anschuldigungen, sie habe zu spät und damit illegal abgetrieben.

Befragung unter Einfluss von Medikamenten
Sie habe sich noch unter Einfluss von Narkosemitteln den Fragen einer Polizistin stellen müssen, berichtete die Frau in der Zeitung "La Repubblica". Anschließend leitete die Polizei Ermittlungen ein und kündigte an, den Fötus der Frau zu untersuchen. Der italienische Gesundheitsminister zeigte sich "tief geschockt" von dem Vorfall und sprach von einer "Hexenjagd".

Abbruch bis 24. Schwangerschaftswoche erlaubt
Nach Angaben des Krankenhauses war die Schwangere erst in der 21. Woche. In Italien sind Abtreibungen bis zur 24. Schwangerschaftswoche erlaubt. Eine Voruntersuchung des Fötus' habe zuvor eine Chromosomen-Anomalie ergeben.

Umstrittenes Thema Abtreibung
Abtreibungen sind in Italien seit 1978 erlaubt, aber nach wie vor ein sensibles Thema. Die katholische Kirche versucht regelmäßig ihren Einfluss auf die Politik geltend zu machen, um eine Verkürzung der Abtreibungsfrist zu erreichen. Im Vorfeld der Parlamentswahlen im April hatte sich der rechtskonservative Oppositionsführer Silvio Berlusconi am Dienstag sogar für ein Recht auf Leben "vom Zeitpunkt der Empfängnis an" ausgesprochen. Später ruderte er jedoch zurück und erklärte, das Thema werde nicht Teil seiner Wahlkampagne sein.

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