Bush warnt den Iran

Militäraktivitäten

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Bush warnt den Iran

"Wir werden darauf mit Härte reagieren", sagte Bush am Montag in Interview mit dem US-Rundfunksender NPR. Teheran kündigte derweil an, seinen Einfluss im Nachbarland Irak verstärken zu wollen. Bei einer Offensive amerikanischer und irakischer Soldaten wurden in der Nacht auf Montag bei Najaf hunderte Kämpfer einer islamischen Sekte getötet, die angeblich Anschläge zum schiitischen Ashura-Fest verüben wollten.

Iranischer Einfluss auf irakischen Widerstand
"Wenn der Iran seine Militäroperationen im Irak zum Nachteil unserer Truppen oder unschuldiger Iraker ausweitet, werden wir entschlossen reagieren", sagte Bush. Die USA beschuldigen den Iran, irakische Extremisten zu unterstützen. In jüngster Zeit hat sich der Ton zwischen den Washington und Teheran verschärft.

Dazu trugen Äußerungen Bushs, US-Finanzsanktionen im Atomstreit und Festnahmen iranischer Bürger im Irak durch US-Truppen bei. Dies gab Spekulationen über einen bevorstehenden US-Militärschlag gegen den Iran neue Nahrung. Die USA werfen dem Iran vor, die schiitischen Milizen im Irak zu trainieren und auszurüsten. Außerdem wird der Iran verdächtigt, unter dem Vorwand eines zivilen Nuklearprogramms Atomwaffen zu entwickeln.

Iran will mehr Einfluss im Irak
Der iranische Botschafter in Bagdad, Hassan Kasemi Qumi, kündigte in der "New York Times" einen Ausbau der militärischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Irak an. So sei der Iran bereit, irakische Sicherheitskräfte auszubilden, Ausrüstung zu stellen und eine verantwortungsvolle Rolle beim Wiederaufbau des Nachbarlandes zu übernehmen.

Außerdem sei ein Ausbau der Handelsbeziehungen und die Eröffnung einer iranischen Bank im Irak geplant, sagte Qumi. Er gestand ein, dass zwei im vorigen Monat im Irak von den USA festgenommene Iraner Sicherheitskräfte seien. Sie hätten sich zu Gesprächen über Sicherheitsfragen im Irak aufgehalten, wies er den Vorwurf der Anschlagsplanung zurück.

"Iran bisher nicht konstruktiv"
Bushs Sprecher Tony Snow sagte zu den Äußerungen des Botschafters, die USA hofften auf eine konstruktive Rolle Irans in der Region. "Bisher ist der Iran nicht konstruktiv", fügte er hinzu. Nach Medienberichten schlagen die USA nun einen härteren Ton an, um den wachsenden Einfluss Teherans im Nachbarland wir auch im gesamten Nahen Osten zurückzudrängen.

Schwere Gefechte in Najaf
Bei der Offensive nahe Najaf wurden rund 200 Extremisten getötet, 60 verletzt und 120 festgenommen. Hunderte Bewaffnete hätten als Gläubige verkleidet in Najaf Anschläge verüben wollen, sagte ein irakischer Generalmajor, Othman al Ghanemi. Es handle sich um eine Gruppe namens Soldaten des Himmels, die Verbindungen zu Gefolgsleuten des hingerichteten Ex-Machthabers Saddam Hussein und ausländischen Kämpfern haben soll.

Unter den Getöteten seien auch der Anführer der Gruppe und mehrere Ausländer, sagte Al Ghanemi. Bei den Kämpfen stürzte auch ein US-Hubschrauber ab, zwei Soldaten starben.

Schiitischer Feiertag
Das Ashura-Fest ist der höchste Feiertag für schiitische Muslime, sein Höhepunkt ist der morgige Dienstag. An diesem Tag gedenken sie des Todes des Enkels von Mohammed in einer Schlacht bei Kerbala im Jahr 680, die zur Glaubensspaltung in Schiiten und Sunniten führte. Schon am heutigen Montag versammelten sich zwei Millionen Gläubige in Kerbala.

Bei den Feiern riefen Geistliche zur Einheit des irakischen Volkes auf. "Wir sind ein geeintes Volk", sagte der einflussreichste schiitische Politiker im Land, Abdul Aziz al-Hakim. Zugleich bekräftigte er die Forderung nach einer autonomen Schiitenregion im Zentral- und Südirak, was von der sunnitischen Minderheit vehement abgelehnt wird.

Granatenbeschuss von Prozession
Beim Beschuss einer Prozession zum Ashura-Fest mit Mörsergranaten wurden in Bagdad zwölf Menschen getötet. Insgesamt forderte die Gewalt im Irak am Montag erneut mindestens 36 Todesopfer. Zehn Tote, darunter drei Kinder, gab es bei einem Granatenangriff auf die Stadt Jurf al Sahar südlich von Bagdad, wie die Polizei mitteilte. Im Norden Bagdads wurde ein mit Schiiten besetzter Bus Ziel eines Autobombenanschlags. Vier Menschen starben.

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