Ein Toter bei Anschlag auf Flughafen von Kabul

Afghanistan

© Reuters

Ein Toter bei Anschlag auf Flughafen von Kabul

In Afghanistan hat ein Selbstmordattentäter am Freitag einen Anschlag auf deutsche Bundeswehrsoldaten verübt. Der Mann sprengte sich mit seinem Auto vor dem militärischen Teil des Flughafens von Kabul in die Luft. Ein afghanischer Soldat kam ums Leben. Unterdessen drohten die radikal-islamischen Taliban nach der Freilassung der letzten südkoreanischen Geiseln mit weiteren Entführungen. Bei einem misslungenen Angriff auf einen US-Stützpunkt starben indes zehn Zivilisten.

Ermittlungen dauern an
Der genaue Ablauf des Anschlags auf die Deutschen müsse noch ermittelt werden, teilte ein Bundeswehrsprecher mit. Ein afghanischer Soldat am Flughafen sagte, der Attentäter habe mit seinem mit Sprengstoff beladenen Auto ein deutsches Militärfahrzeug gerammt, das den Flughafen gerade verließ. Das deutsche Fahrzeug habe daraufhin beschleunigt und sei der Explosion auf diese Weise entgangen. Das Anschlagsfahrzeug explodierte nach Angaben eines afghanischen Soldaten schließlich in der Nähe einer Gruppe von rund 30 afghanischen Militärs, die zur Ausbildung nach Italien fliegen sollten.

Zu dem Anschlag am Kabuler Flughafen bekannten sich die Taliban. "Wir haben mit einem Selbstmordattentäter die deutschen Truppen in Kabul angegriffen", sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mujahed dem Online-Dienst des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". "Wir wollten die deutschen Truppen treffen, und das ist uns gelungen." Bei einem Selbstmordanschlag auf einem Markt im nordafghanischen Kunduz waren Mitte Mai allerdings drei deutsche Soldaten getötet worden.

Zehn Zivilisten getötet
Im Osten Afghanistans sind indes bei einem Granatwerferangriff auf einen US-Stützpunkt mindestens zehn Zivilisten getötet worden. Die Granaten hätten ihr Ziel in der Provinz Kunar verfehlt und seien in einem nahegelegenen Wohngebiet eingeschlagen, erklärte ein Vertreter der Provinzregierung am Freitag. Unter den Toten seien Frauen und Kinder.

Deutsche Politiker haben mehrfach gewarnt, dass die Taliban mit gezielten Angriffen auf Deutsche in Afghanistan versuchen könnten, die politische Debatte über die Mandatsverlängerung in Deutschland zu beeinflussen. Bundeskanzlerin Angela Merkel warb ausdrücklich für eine Fortsetzung der Bundeswehr-Einsätze. "Das deutsche Engagement in Afghanistan ist ein Engagement, das der Sicherheit Deutschlands dient und gleichzeitig dem Wohle der afghanischen Bevölkerung", sagte sie im japanischen Kyoto.

Der deutsche Bundestag entscheidet im Herbst über die Verlängerung der Mandate für den Afghanistan-Einsatz. Besonders in der SPD gibt es massive Bedenken gegen eine erneute Beteiligung am US-geführten Anti-Terror-Einsatz "Operation Enduring Freedom", (OEF) für den Deutschland 100 Elite-Soldaten bereithält. Sie waren allerdings seit Jahren nicht mehr für OEF im Einsatz.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 7

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen