Nahost-Reise

 

"Hit" Iran oder "Eat" Iran? - Kouchner verwirrte

Der französische Außenminister Bernard Kouchner hat sich während einer Nahost-Reise besorgt über die Zukunft des Friedensprozesses zwischen Israel und den Palästinensern geäußert. Er traf am Sonntag mit israelischen Repräsentanten wie Ministerpräsident Ehud Olmert, Verteidigungsminister Ehud Barak und Oppositionsführer Benjamin Netanyahu zusammen. Nach israelischen Medienberichten äußerte Kouchner die Sorge, der Nahost- Friedensprozess könnte angesichts der Wahlen in den USA, der israelischen innenpolitischen Schwierigkeiten sowie der Krise mit dem Iran in Vergessenheit geraten. "Vergessen Sie nicht den Friedensprozess", forderte er. "Was für alle Beteiligten wichtig ist, ist die Einrichtung eines palästinensischen Staates."

Kouchner hatte am Samstag gesagt, er halte einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern noch vor Ende des Jahres für unwahrscheinlich. Er erwarte allerdings, dass bis dahin ein gemeinsames Dokument unterschrieben werde, das noch keine endgültige Friedenslösung biete, sagte Kouchner nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan bei einem Besuch in der Stadt Jenin im Westjordanland. Die israelische Siedlungspolitik bezeichnete er demnach als "Hindernis" für den Frieden. In Jenin eröffnete Kouchner einen Industriepark, der von Deutschland und Frankreich gemeinsam finanziert wurde.

"Hit" oder "Eat" Iran?
Die Schwierigkeit der Franzosen, ein "h" auszusprechen brachte Kouchner während seines Nahost-Besuchs in Bedrängnis. Die israelische Zeitung "Haaretz" zitierte ihn mit den Worten, Israel werde den Iran "essen", wenn letzterer in den Besitz der Atomwaffe käme. Das französische Außenministerium verbreitet am Sonntag eigens eine Pressemitteilung, um das Missverständnis aufzuklären. Kouchner, der das Interview auf Englisch gab, habe sagen wollen, dass Israel den Iran "angreifen" (englisch: hit) werde, falls der Iran Atomwaffen entwickle, heißt es darin. Die Journalisten verstanden statt "hit" jedoch "eat". Kouchner bedaure das Missverständnis zutiefst, hieß es weiter.

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