Meuterei in Bangladesch beendet

Mehrere Tote

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Meuterei in Bangladesch beendet

Die Regierung von Bangladesch hat eine Meuterei von Angehörigen der paramilitärischen Grenztruppen für beendet erklärt. Regierungschefin Sheikh Hasina Wajed drohte zuvor den Meuterern von der paramilitärischen Grenztruppe Bangladesh Rifles (BDR) am Donnerstag mit einem "harten Vorgehen", wenn sie ihre Waffen nicht niederlegten. Panzer fuhren in Dhaka auf, die Meuterer lenkten ein.

Amnestie
Am Mittwoch hatte die Regierungschefin den Meuterern Amnestie angeboten, wenn sie aufgäben. Außerdem versprach sie, sich der Beschwerden über den niedrigen Lohn und die schlechten Arbeitsbedingungen der Grenzsoldaten anzunehmen. Am Donnerstag waren wieder Schüsse aus dem BDR-Hauptquartier in Dhaka zu hören, in dem sich die Meuterer am Vortag mit Geiseln verschanzt hatten. Rund um die Kaserne brachten sich tausende Menschen in Sicherheit.

Nach Polizeiangaben weitete sich der Aufstand über die Hauptstadt hinaus auf andere Landesteile aus. Demnach revoltierten BDR-Soldaten in 15 Grenzbezirken des südasiatischen Landes. Die Behörden ordneten die Abschaltung der Mobilfunknetze an. Seit Beginn des Aufstands wurden mindestens elf Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Unbestätigten Berichten zufolge starben sogar 50 Menschen.

Verwirrung
Innenministerin Sahara Khatun sagte laut einem Bericht des privaten Fernsehsenders ATN Bangla, die Meuterer hätten nach der Rede der Premierministerin mit der Niederlegung ihrer Waffen begonnen und kehrten in ihre Kasernen zurück. Ein Regierungssprecher sagte, die Meuterer hätten sich ergeben.

Zeitgleich brachte die Armee in der Nähe des BDR-Hauptquartiers Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in Stellung. Ein Militärsprecher sagte, die Maßnahme diene als "Abschreckung in einer Notsituation". Ein aufständischer Wachmann sagte, er gehe nicht von einem sanften Ende der Meuterei aus.

Grenz-Schutz
Die paramilitärische Grenztruppe BDR mit ihren insgesamt 70.000 Soldaten dient dem Schutz der 4.000 Kilometer langen Grenzen zwischen Bangladesch und den Nachbarländern Indien und Burma. Derzeit verdienen die BDR-Soldaten durchschnittlich 70 Dollar (rund 55 Euro) im Monat. Einige Meuterer werfen ihrer Führung vor, für die Soldaten bestimmte Millionensummen unterschlagen zu haben. Die Truppe untersteht offiziell dem Innenministerium, aber die Armee übt einen erheblichen Einfluss aus.

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