Mohameds

Prozess in Kanada

© Florian Lems

Mohameds "Chef" droht lebenslänglich

Ein Terrorprozess hält Kanada derzeit im Bann: Seit Montag steht in Montreal ein Verdächtiger vor Gericht, der unter anderem wegen der Planung von Anschlägen in Österreich angeklagt ist. Es geht um Said Namouh: 36 Jahre alt, marokkanischer Einwanderer, lebte seit 2002 im Städtchen Madkinongé in Québec.

Er wurde bei einer konzertierten Aktion von kanadischen Ermittler mit Fahndern in Wien am 12. September 2007 verhaftet – dem Tag, an dem auch Mohamed M. (23) und seine Frau Mona S. (21) festgenommen wurden.

Anschläge
Namouh droht lebenslange Haft: Die kanadische Anklagebehörde wirft dem Mann Verschwörung vor, zudem soll er an Terroraktivitäten und Erpressungen teilgenommen haben.

Was den Fall für die heimische Justiz interessant macht, ist die Österreich-Connection: Namouh soll auch Anschläge in Wien ­geplant haben, wirft ihm Staatsanwalt Dominique Dudemaine vor. Ein Anklagepunkt, der in abgeschwächter Form auch Mohamed M. beim Wiener Terrorprozess zur Last gelegt worden war (und per Urteil nicht rechtskräftig bestätigt wurde).

Starthilfe
Rückblende: Kurz nach den Verhaftungen wurde bekannt, dass Mohamed M. im Internet über Anschläge während der Fußball-EM bzw. auf internationale Organisationen in Wien geplaudert hatte. Offenbar mit Said Namouh – einem alten Bekannten des Wiener Islamisten. Denn laut dem Magazin Spiegel half die in Kanada beheimatete, englischsprachige Globale Islamische Medienfront (GIMF) Mohamed M. im Jahr 2005, eine deutschsprachige „Filiale“ der Extremisten-Plattform zu gründen. Said Namouh war führendes Mitglied der kanadischen GIMF und dürfte anfangs als „Chef“ über M. gestanden sein.

Geld für Waffen?
Im Prozess in Kanada spielt Mohamed M. eine wichtige Rolle: Unter anderem soll geklärt werden, ob er Namouh tatsächlich 500 Euro zum Waffenkauf geschickt hat. Laut Wiener Justiz-Insidern ist es unwahrscheinlich, dass neue Erkenntnisse in den Prozess gegen Mohamed M. (Fortsetzung: 10. Februar) einfließen. Das dürfte nur passieren, wenn in Kanada massive Beweise (etwa konkrete Anschlagspläne) auftauchen. „In dem Fall würden wir uns natürlich überlegen, ihn nochmals anzuklagen“, so Gerhard Jarosch von der Staatsanwaltschaft.

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