24. November 2009 07:20
Vor der in Kürze erwarteten Erklärung Barack
Obamas zur künftigen Militärstrategie
der USA in Afghanistan ist der US-Präsident erneut mit seinen engsten
Sicherheitsberatern zusammengetroffen. Das rund zweistündige Treffen am
Montagabend (Ortszeit) war das "wahrscheinlich letzte" vor Bekanntgabe der
neuen Afghanistan-Strategie. Dem öffentlichen Rundfunkt zufolge will der
Präsident seine Entscheidung erst am 1. Dezember verkünden.
Rückhol-Strategie
Am neunten Treffen dieser Art im Weißen
Haus nahmen nach Medienberichten unter anderem Vizepräsident Joe Biden,
Außenministerin Hillary Clinton, Verteidigungsminister Robert Gates und
Generalstabschef Mike Mullen teil. Der Oberbefehlshaber der US-Truppen in
Afghanistan, General Stanley McChrystal, und der US-Botschafter in Kabul,
Karl Eikenberry, seien telefonisch zugeschaltet worden, hieß es unter
Berufung auf Regierungskreise. Bei dem Treffen am Montag sollte es
Obama-Sprecher Robert Gibbs zufolge "nicht nur darum gehen, wie man die
Leute dahin (nach Afghanistan) bekommt, sondern um die Strategie, sie da
wieder rauszuholen". Derzeit befinden sich rund 68.000 US-Soldaten in
Afghanistan.
Mit der Erklärung des Präsidenten, in der er sich voraussichtlich zur
künftigen Truppenstärke in Afghanistan äußern wird, wird frühestens nach dem
durch den Feiertag Thanksgiving verlängerten Wochenende gerechnet. "Die
erste mögliche Gelegenheit wäre irgendwann nächste Woche", sagte Gibbs nach
Berichten des Senders CNN. Der öffentliche Sender National Public Radio
berichtete, dass Obama den neuen Kurs am Dienstag kommender Woche in einer
Rede an die Nation verkünden werde.
Befragungen durch den Kongress
Wie die "Washington Post"
berichtete, wurden McChrystal und Eikenberry inzwischen aufgefordert, sich
für Befragungen durch den Kongress in Washington in der kommenden Woche
bereitzuhalten. Wie es hieß, dürfte der Auftritt der beiden vor
Kongressausschüssen nach der erwarteten Erklärung des Präsidenten erfolgen.
McChrystal, der auch die Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF
kommandiert, hat von Obama die Entsendung weiterer 40.000 Soldaten
gefordert, um die Taliban besser bekämpfen und die Ausbildung der
afghanischen Truppen voranbringen zu können. Dagegen hatte Eikenberry,
selbst ehemals US-Oberbefehlshaber am Hindukusch, vor eine
Truppenaufstockung gewarnt. Zuvor müsse die Regierung des afghanischen
Präsidenten Hamid Karzai die Korruption wirksam bekämpfen und weitere
Maßnahmen zur Stabilisierung des Landes ergreifen.