Obama legt Afghanistan-Kurs fest

Letztes Treffen

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Obama legt Afghanistan-Kurs fest

Vor der in Kürze erwarteten Erklärung Barack Obamas zur künftigen Militärstrategie der USA in Afghanistan ist der US-Präsident erneut mit seinen engsten Sicherheitsberatern zusammengetroffen. Das rund zweistündige Treffen am Montagabend (Ortszeit) war das "wahrscheinlich letzte" vor Bekanntgabe der neuen Afghanistan-Strategie. Dem öffentlichen Rundfunkt zufolge will der Präsident seine Entscheidung erst am 1. Dezember verkünden.

Rückhol-Strategie
Am neunten Treffen dieser Art im Weißen Haus nahmen nach Medienberichten unter anderem Vizepräsident Joe Biden, Außenministerin Hillary Clinton, Verteidigungsminister Robert Gates und Generalstabschef Mike Mullen teil. Der Oberbefehlshaber der US-Truppen in Afghanistan, General Stanley McChrystal, und der US-Botschafter in Kabul, Karl Eikenberry, seien telefonisch zugeschaltet worden, hieß es unter Berufung auf Regierungskreise. Bei dem Treffen am Montag sollte es Obama-Sprecher Robert Gibbs zufolge "nicht nur darum gehen, wie man die Leute dahin (nach Afghanistan) bekommt, sondern um die Strategie, sie da wieder rauszuholen". Derzeit befinden sich rund 68.000 US-Soldaten in Afghanistan.

Mit der Erklärung des Präsidenten, in der er sich voraussichtlich zur künftigen Truppenstärke in Afghanistan äußern wird, wird frühestens nach dem durch den Feiertag Thanksgiving verlängerten Wochenende gerechnet. "Die erste mögliche Gelegenheit wäre irgendwann nächste Woche", sagte Gibbs nach Berichten des Senders CNN. Der öffentliche Sender National Public Radio berichtete, dass Obama den neuen Kurs am Dienstag kommender Woche in einer Rede an die Nation verkünden werde.

Befragungen durch den Kongress
Wie die "Washington Post" berichtete, wurden McChrystal und Eikenberry inzwischen aufgefordert, sich für Befragungen durch den Kongress in Washington in der kommenden Woche bereitzuhalten. Wie es hieß, dürfte der Auftritt der beiden vor Kongressausschüssen nach der erwarteten Erklärung des Präsidenten erfolgen.

McChrystal, der auch die Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF kommandiert, hat von Obama die Entsendung weiterer 40.000 Soldaten gefordert, um die Taliban besser bekämpfen und die Ausbildung der afghanischen Truppen voranbringen zu können. Dagegen hatte Eikenberry, selbst ehemals US-Oberbefehlshaber am Hindukusch, vor eine Truppenaufstockung gewarnt. Zuvor müsse die Regierung des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai die Korruption wirksam bekämpfen und weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Landes ergreifen.

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