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Rice für Offenlegung von Nordkoreas Atomprogramm

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Rice für Offenlegung von Nordkoreas Atomprogramm

Nach Berichten über den Fund nordkoreanischen Atommaterials in Syrien hat US-Außenministerin Condoleezza Rice Pjöngjang zur vollständigen Offenlegung seines Atomprogramms aufgefordert. "Es gibt offen gesagt eine Menge Fragen, die noch beantwortet werden müssen", sagte Rice am Sonntag vor Journalisten in New York. "Wir möchten für alle Aspekte des nordkoreanischen Atomprogramms Antworten haben." Nach einem britischen Zeitungsbericht wurde vor dem israelischen Luftangriff auf eine Militäranlage im Osten Syriens am 6. September dort Atommaterial aus Nordkorea beschlagnahmt.

Offenlegung ist wichtig
Die Offenlegung des Atomprogramms sei sehr wichtig, sagte Rice vor einem Treffen mit ihrem chinesischen Kollegen Yang Jiechi in New York. Am kommenden Mittwoch sollen in Peking die Sechs-Nationen-Gespräche fortgesetzt werden, bei denen über ein Einstellen des nordkoreanischen Atomwaffenprogamms verhandelt wird. An den Gesprächen sind neben den USA und China auch Nord- und Südkorea, Japan sowie Russland beteiligt. Die US-Regierung bemüht sich seit Jahren, auf diplomatischem Wege die vollständige Einstellung des nordkoreanischen Atomprogramms zu erreichen.

Atommaterial entdeckt
Die in London erscheinende "Sunday Times" hatte in ihrer jüngsten Ausgabe unter Berufung auf gut informierte Kreise berichtet, eine israelische Eliteeinheit habe vor einem Angriff im Osten Syriens bei einem Spezialeinsatz Atommaterial entdeckt. Das Material sei inzwischen in Israel untersucht und die nordkoreanische Herkunft dabei nachgewiesen worden. Nordkorea hatte wiederholt bestritten, Erkenntnisse aus seinem Atomprogramm mit Syrien auszutauschen.

Einsatz von Verteidigungsminister geleitet
Ein namentlich nicht genannter US-Regierungsvertreter wurde mit den Worten zitiert, die Belege für die atomare Tätigkeit seien Washington zugänglich gemacht worden, bevor die US-Regierung die Erlaubnis zum Angriff mit F-151-Bombern gegeben habe. Der Einsatz sei vom israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak, der seit Mitte Juni im Amt ist, persönlich geleitet und von der Elite-Einheit Sayeret Matkal ("Späher des Generalstabes") ausgeführt worden. Der israelische Luftangriff auf syrischem Territorium am 6. September war erst mit mehrtägiger Verzögerung von der US-Regierung bestätigt worden.

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Nach den Demonstrationen zehntausender Menschen in Burma wächst der internationale Druck auf die dortige Militärregierung. US-Außenministerin Condoleezza Rice kritisierte am Sonntag zu Beginn eines Treffens mit ihrem chinesischen Kollegen Yang Jiechi in New York das "brutale Regime" in Burma (Myanmar). "Das burmesische Volk verdient etwas Besseres", sagte Rice. Die USA verfolgten die Situation sehr aufmerksam. US-Präsident George W. Bush habe zur Lage in dem asiatischen Land ebenfalls "sehr klare Worte" gefunden, betonte die Ministerin.

Gespräche geplant
Nach Angaben einer US-Außenamtssprecherin wollte Rice am Donnerstag am Rande der UN-Vollversammlung mit den Mitgliedern der ASEAN-Staaten über die Krise in Burma sprechen. Die Ministerin wolle die Mitglieder des südostasiatischen Staatenbundes überzeugen, sich für demokratische Reformen in Burma einzusetzen. Auch der britische Außenminister David Miliband kündigte an, die Lage in Burma bei den Vereinten Nationen zur Sprache zu bringen. Am Dienstag beginnt in New York die UN-Vollversammlung.

Die ASEAN äußerte sich am Sonntag zurückhaltend zu den Demonstrationen. Er hoffe auf einen friedlichen und ruhigen Verlauf der Proteste, sagte ASEAN-Generalsekretär Ong Keng Yong am Sonntag in Manila. Burma wurde 1997 in die Organisation aufgenommen, deren Mitglieder hofften seinerzeit indirekt auf demokratische Reformen in dem Land hinwirken zu können. Die Strategie ging jedoch nicht auf, und die ASEAN wurde häufig wegen ihrer zu nachgiebigen Haltung gegenüber den Militärmachthabern in Burma kritisiert.

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