29. Mai 2009 17:12

Labortests zeigen 

Kokain in Red-Bull-Cola auch in Ö

Allerdings schwanken die Untersuchungsergebnisse "rund um Nachweisgrenze". Die Mengen sind also minimalst.

Kokain in Red-Bull-Cola auch in Ö
© APA/EPA

Nach dem Kokainfund in Red-Bull-Cola in Deutschland sind auch die Untersuchungsergebnisse der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit zum Teil positiv ausgefallen. Die Werte waren allerdings weit entfernt von deutschen Resultaten (0,4 Mikrogramm Kokain pro Liter): "Die Ergebnisse schwanken rund um die Nachweisgrenze", heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

Hart an der Wahrnehmung
Insgesamt liegen zwölf Messergebnisse aus zwei Produktionschargen vor. Laienhaft gesagt und symbolisch gesprochen hatten die hochsensiblen Instrumente bei den einzelnen Proben einmal angeschlagen, dann wieder nicht. Die Schwankungen sind nicht genau quantifizierbar und generell abhängig von der jeweiligen Entwicklung der Messgeräte - das zeigt auch die Komplexität des Themas.

FPÖ will Red Bull vom Markt haben
Für die Freiheitlichen ist die Menge der festgestellten Droge irrelevant. FPÖ-Ärztesprecher Andreas Karlsböck fordert in jedem Fall, dass das Getränk vom Markt genommen wird.

Lebens- oder Suchtmittel?
Mit diesen Laborergebnissen tut sich nun eine rechtliche Lücke an der Schnittstelle zwischen Lebensmittelrecht und Suchtmittelgesetz auf. Auch wenn die gefundene Menge nicht gesundheitsgefährdend ist oder süchtig macht, fällt Kokain unter das Suchtmittelgesetz. Hier könnte man mit einer Ausnahmeverordnung aufgrund des Suchtmittelgesetzes wie z. B. beim Hanf entgegentreten.

Ausnahmeverordnung als Lösung
Dazu könnte die Formel der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) zum Einsatz kommen, die für dekokainierte Kokablattextrakte den "GRAS"-Statuts (Generally recognized as safe) zur Verwendung in Lebensmittel erteilt hat: Das dekokainierte Extrakt darf folglich in Lebensmitteln eingesetzt werden, wenn unter Anwendung einer festgelegten Analysemethode weniger als 0,1 Prozent Kokain enthalten sind. Sinnvoll wäre natürlich ein EU-weites gemeinsames Vorgehen.

Natur pur war das Ziel
Warum verwendet man überhaupt ein Extrakt aus echten Kokablättern? Ziel war es, ein Cola aus 100 Prozent natürlichen Inhaltsstoffen zu entwickeln, erklärt Red Bull dazu. "Dazu ist das typische Aroma des Kokablatts unbedingt erforderlich. Wir konnten das aber nur erreichen, indem wir ein echtes Blattextrakt verwendeten." Dem waren davor aber alle Betäubungsstoffe wie eben auch Kokain entzogen worden.

Jetzt will das Gesundheitsministerium erheben, welche Produkte noch betroffen sein könnten. So könnten Spuren z. B. auch in anderen Colagetränken oder Zuckerln zu finden sein.

Schon der reine Energy-Drink von Red Bull hatte zu Beginnzeiten wegen seines Taurin- und Koffeingehalts für Aufsehen und Diskussionen gesorgt. In Frankreich ist das Getränk erst seit dem Vorjahr frei verkäuflich. Diverse Empfehlungen, das süße Getränk nicht mit Alkohol zu mischen, dürften den Absatz in der heimischen Diskothekenlandschaft wohl zusätzlich angekurbelt haben.




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