06. August 2009 14:41

Minus bei 50 Mio? 

ORF leidet unter Konjunkturkrise

Rückgänge lassen ORF im 1. HJ knapp 14 Mio. Euro unter Plan liegen.

ORF leidet unter Konjunkturkrise
© ORF

Die finanzielle Situation des ORF ist weiter von der allgemeinen Rezession geprägt. Das Finanzergebnis lag im ersten Halbjahr 2009 um knapp 14 Millionen Euro unter Plan, der öffentlich-rechtliche Sender erwirtschaftete ein EGT (Gewinn vor Steuern) von minus 27,2 Mio. Euro. Dies geht aus dem Quartalsbericht hervor, der am Donnerstag an die Mitglieder des ORF-Stiftungsrats ging. Der ORF steuert damit im Konzern - ohne Maßnahmen - auf ein Jahres-EGT von minus 53 Mio. Euro zu. Geplant waren ursprünglich minus 29 Mio. In der ORF-Geschäftsführung will man aber durch weitere Einsparungen so nahe wie möglich an die minus 30 Mio. Euro EGT kommen.

Preisdruck
Neben der Konjunkturkrise setzt dem ORF auch der durch die technische Reichweitensteigerung der privaten Werbefenster verstärkte Preisdruck auf die Werbetarife zu. "Insgesamt bewirkt diese dramatische Entwicklung, dass die Umsatzplanzahlen insbesondere in der Werbung nicht eingehalten werden können", heißt es im der APA vorliegenden Quartalsbericht. Bei den Umsatzerlösen ist man deshalb im ersten Halbjahr 2009 12,7 Mio. Euro unter Plan, was allein auf Rückgänge der klassischen Werbung in TV und Radio zurückzuführen sei.

ORF-Gebühr
Gleichzeitig gibt es durch die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise gegenüber dem Finanzplan um 0,6 Mio. Euro weniger Einnahmen bei den Teilnehmerentgelten. Grund dafür ist die durch Arbeitslosigkeit steigende Anzahl der Gebührenbefreiungen und ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs, wonach bei Nicht-Empfangbarkeit des ORF auch keine ORF-Gebühr zu bezahlen ist.

Personalbereich
Die ORF-Geschäftsführung weist in ihrem Quartalsbericht aber auch auf "konsequente Steuerungsmaßnahmen" im Personalbereich in. Das "Projekt der Personalreduzierung" liege mit Ende des zweiten Quartals bereits deutlich über Plan. Demnach sei die Zahl des ständig im ORF beschäftigten Personals seit Anfang 2008 um 174 Vollzeitäquivalente, sprich Dienstposten, auf 3.539 reduziert worden. Trotz des Sparkurses sei es gelungen, dem Publikum im ersten Halbjahr 2009 "außerordentliche Programmleistungen" wie die Alpine Ski-WM in Val d'Isere, "Dancing Stars" oder eigene Serienentwicklungen wie "Die Lottosieger" und "Schnell ermittelt" zu bieten.




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